Entspannen durch Atmen

Entspannen durch Atmen

Entspannen durch Atmen

Was lebt atmet. Um richtig zu atmen und somit auch zu leben, müssen Sie entspannen. Praktisch nun, dass diese beiden Dinge Hand in Hand gehen. Viel zu oft blockieren wir unseren Atem ohne es überhaupt zu merken. Sie kennen ja sicher den Ausdruck: „Den Atem anhalten.“ Genau so geht es auch anders herum. Wenn Sie erleichtert sind oder sich konzentrieren, atmen Sie noch ein mal tief durch oder stoßen einen kräftigen Atemzug aus. Was der Körper macht, dem folgt die Psyche. Der Atmungsapparat verbindet durch die entsprechende Atmung den Körper mit den sechs anderen physiologischen Systemen (Herz-Kreislauf, Nerven, Abwehr, Bewegungsapparat, Säure-Basen Haushalt). Das wichtigste ist dabei zu verstehen, dass Ihr Atem nicht in den Lungen endet, sondern Einfluss auf den gesamten Körper hat.
Als Zauberkünstler oder auch (Falsch-) Spieler muss ich in der Lage sein, meine Nerven und somit auch meinen gesamten Körper in Stresssituationen unter Kontrolle zu haben. Nach langer Zeit und suchen stieß ich auf Techniken, der mir genau dies ermöglichen. Wie in meinem vorherigen Artikel versprochen, finden Sie hier nun meine persönliche Lieblingsübung.

Entspannen durch Atmen

Und so geht’s

Es gibt zwei Grundsätze, die Ihnen dabei helfen zu entspannen durch Atmen:
– Ihr Atem setzt sich ständig (ohne Pause) fort, egal was passiert
– Ihr Atem fließt durch den gesamten Körper (nicht nur in der Lunge)

Achten Sie bei der nächsten stressigen Situation auf Ihren Körper und wie Ihnen der Atem stockt. Wie Sie richtiggehend verkrampfen. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich frei und ruhig Entscheidungen zu treffen (denn auch mental verkrampfen Sie) oder in meinem Fall einstudierte Tricktechniken auszuführen. Hier finden Sie nun die Übung, die ich tagtäglich anwende und mir Entspannen durch Atmen erst ermöglicht. Wichtig ist dabei durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen:

  1. Nehmen Sie einen tiefen Atemzug und spüren Sie dabei, wie es sich so anfühlt, als würden Sie zu viel Luft inhalieren. Ihre Lunge füllt sich dabei so weit, dass Sie spüren, wie sich Nacken, Schulter und Brustmuskulatur anspannen. Atmen Sie wieder aus.
  2. Nehmen Sie nun mit dem nächsten Atemzug so viel Luft auf, wie Sie gerade so brauchen. Bemerken Sie dabei, dass es sich nicht so voll wie eben anfühlt, sich aber das Einatmen tief und sehr ruhig anfühlt. Atmen Sie erneut wieder aus.
  3. Erlauben Sie nun Ihrem nächsten Atemzug der folgt genau so entspannt, ruhig und tief zu sein, wie der vorherige. Wenn Sie den vorherigen „gerade so genug“- Atemzug richtig gemacht haben, werden Sie diesmal ganz natürlich etwas mehr Luft einatmen, da Muskeln Ihres Oberkörpers entspannt sind somit Ihre Luftkapazität erhöht haben.
  4. Wiederholen Sie die oberen drei Punkte.

Wenn Sie so wie hier beschrieben atmen, wird sich Ihr Körper entspannen und auf Dauer werden Sie sogar chronische Verspannungen los. Auch werden Sie feinfühliger für Situationen, in denen Ihre Atmung stockt und Sie als Folge verkrampfen.
Natürlich gibt es noch weitere Übungen, aber diese hier ist nicht nur simpel sondern auch unglaublich effizient und wirkt wahre Wunder. Probieren Sie es selbst jederzeit aus.

Besseres Üben – Arbeit als Spiel

Besseres Üben – Arbeit als Spiel

„Work hard, play hard?!“

Arbeit als Spiel. Was für ein wundervolles Konzept. Spielen ist ein Instinkt. Durch das Spiel lernen Menschen am schnellsten. In der Tierwelt ist es dabei nicht anders. Was hat das mit Arbeit zu tun? Eventuell denken Sie sich jetzt, dass ein Künstler ja nicht wirklich im klassischen Sinne arbeitet, richtig? Das stimmt so nicht ganz. Mein erster Artikel endete damit, dass ich einen Trick beschrieb, bei dem man Karten werfen und fangen muss. Verlässlich und somit vorführtauglich. Schließlich verlange ich für meine Aufführungen ja auch Geld. Immer und immer wieder die selbe Bewegung durchzugehen, etwas richtig einzustudieren bedeutet nicht nur harte Arbeit, sondern auch eine Menge Geduld. Ich wette Sie haben noch nie versucht 52 heruntergefallene, flache Spielkarten von einem Parkettboden aufzuheben. Und zwar den ganzen Tag lang. Leider gibt es physisch keinen anderen Weg, keine Abkürzung. Konzentrierte, jedoch stumpfe Wiederholung ist nunmal nötig. Wenn wir daran also nichst ändern können, wie ist es dann möglich, aus einer solchen Notwendigkeit Freude zu erlangen?

Arbeit als Spiel unterscheidet sich nicht viel fnord

Mindset – Arbeit als Spiel

Eine Sache gibt es, die wir alle in der Hand haben: unser Mindset (sprich: unsere Denkweise). Dies ist auch etwas, dass Ihnen im Umgang mit schwierigen Menschen hilft. Sie können die Gedanken der anderen nicht lesen oder verändern (ich auf Wunsch schon 🙂 ), Sie können aber Ihre eigene Einstellung und somit auch Gedanken kontrollieren.

Für mich persönlich habe ich folgende 5 grundsätzliche Schritte definiert:

  • Akzeptieren Sie, dass Ihre Aufgabe gerade nötig ist

Ich persönlich weiss, wie oben bereits gesagt, dass ich ohne Übung nicht voran komme. Mir hilft es dabei, das große Ganze zu sehen. Ich stelle mir vor, wie meine Zuschauer staunen und lachen, da ich der Lage bin, dieses Kunststück aufzuführen. Dieser Gedanke hat mich ja überhaupt erst dazu gebracht, diesen Trick einzustudieren. Lassen auch Sie sich durch solche Gedankenspiele motivieren. Selbst wenn Sie in einem Supermarkt arbeiten und die Regale einräumen. Malen Sie sich dabei z. B. eine alte Dame aus, die Dank Ihrer Arbeit dankbar sein wird, dass alles so gut geordnet und zu finden ist. Bei dieser mentalen Übung gibt es kein Richtig und Falsch. Jeder ist anders, jeder hat andere Bedürfnisse und Beweggründe.

 

  • Hören Sie auf, sich leid zu tun

Ich muss akzeptieren, dass ich mich nach den Spielkarten auf dem Boden bücken werde. Und zwar nicht nur ein mal. Da mir der vorherige Schritt die nötige Motivation gibt nicht aufzugeben, gibt es keinen Grund für Selbstmitleid. Ein Boxer bejammert auch nicht jeden eingesteckten Treffer. Er ist in der Ring gestiegen und hat sich darauf (auch mental) vorbereitet.

 

  • Lösen Sie Spannungen

Der schlimmste der Feind der Zauberkunst ist Anspannung, ganz egal ob körperlich oder geistig. In Ihrem Beruf wird es dabei ganz ähnlich sein. Atmen Sie tief durch. Was der Körper macht, dem folgt der Geist. Im nächsten Artikel gehe ich auf meine bevorzugten Atmentechniken ein, um jegliche Spannungen (z. B. auch vor einem Auftritt) zu lösen.

 

Und dann schließlich:

  • Entdecken Sie Arbeit als Spiel

Sehen Sie sich Ihre Aufgabe von allen möglichen Blickwinkeln an. Da Sie nun durch den vorherigen Punkt körperlich und geistig entspannt sind, wird Ihnen dieser Punkt leichter fallen, als Sie gerade eventuell annehmen. Blicken wir noch ein mal auf den Kartentrick, den ich üben muss (oder darf). Ich muss also Karten werfen. Was ergeben sich für Spiele? Das erste Spiel (ich fand bis zum heutigen Tag bereits über 12) dass ich entdeckte war, die Karte so knapp wie möglich unter die Zimmerdecke zu werfen. Jedes Mal wollte ich mich dabei überbieten. Und wenn ich eine gute Wurfleistung erzielt hatte, versuchte ich diese 10x hintereinander zu schaffen. Erst dann würde ich ein weiteres Spiel (ver-) suchen, oder auch einen anderen Trick üben. Wenn in Ihnen jetzt die Angst hervorkommt, diese Herangehensweise wäre zu kindisch, dann ist das ein gutes Zeichen. Denn genau da wollen Sie hin. In die unbeschwerte, naive Welt eines Kindes, welches so sehr in sein Spiel vertieft ist, dass es nur das Hier und Jetzt gibt und die Zeit wie im Fluge vergeht. Spielen macht Spaß, und für das was Spaß macht, bringen Sie gerne freiwillig viel Zeit auf. Und nur so wird man gut.

p.s.: Selbst wenn ich daheim Teller waschen muss gilt: Arbeit als Spiel, und es klappt immer. Seien Sie kreativ und trauen Sie sich zu spielen!

Besseres Üben – Meine Herangehensweise

Besseres Üben – Meine Herangehensweise

Ich warne Sie gleich vor, auf Grund der Komplexität des Themas muss ich den Artikel in mehrere Teile aufbrechen. So ist es mir möglich, Ihnen einen kleinen Einblick in meine Herangehensweise zu gewähren.

„Üben, üben, üben…!“

Ich bin mir sicher jeder von uns musste diese Aussage mindestens einmal in seinem Leben hören. Ich kenne den Satz schon von Kindesbeinen an. Mit sieben Jahren war ich der festen Überzeugung, ein Klavier wäre das perfekte Instrument für mich. Als Enkelkind eines Professors konnte mir dieser (nicht unbedingt bescheidene) Wunsch glücklicherweise erfüllt werden und ich bekam mein erstes Piano. (Jahre später schenkte mein Großvater mir tatsächlich noch ein zweites: Ein E-Piano, welches ich bis heute bespiele und mich an ihn erinnert.) Unzählige Stunden saß ich täglich vor der Klaviatur, übte meine im Unterricht besprochenen Stücke. Auf dem Stuhl neben mir war meine Mutter, die als menschliches Metronom den Takt zählte und mich („freundlicherweise“) auf Fehler aufmerksam machte.

Ich übte täglich. Wenn ich nach einem langen Tag mit Freunden vom Fußball spielen aus dem Park zurückkam, setzte ich mich noch an’s Klavier und wiederholte immer und immer wieder Kompositionen aus meinem weiß-blauen Sonatinen-Album von Menschen, die meine Freunde aus der Kindheit nicht kannten: Béla Bartók, Clementi und Kuhlau.

Auch wenn es manchmal viel Geschrei gab und Tränen flossen, ich spielte gerne und machte schnell Fortschritte. Jahre später sollte es mir mit der Kartenmagie ähnlich ergehen. Jedoch (meist 🙂 ) ohne Tränen und ausgestattet mit einer deutlich höheren Frusttoleranz. Woran lag das?

Bruce Lee über Lernen

Die Frage nach Sinn ist sinnlos

Aus welchem Grund sollte ein Mensch sich hinsetzen und jeden Tag stundenlang Spielkarten in der Hand halten? Aus welchem Grund sollte man jeden Tag Tasten auf einer Klaviatur drücken? In meiner kindlichen Naivität von damals stellte sich mir diese Frage nie. Und auch heute geht es mir nicht anders. So wie ich mich in das Klavier verliebte, verliebte ich mich in die Magie, bzw. vor allem die Kartenmagie. Und da ich nicht plante professioneller Pianist oder Zauberkünstler zu werden (das Zweite ergab sich einfach), konnte ich mit einer spielerischen Sorglosigkeit dieser blinden Liebe zu meinem Instrument fröhnen. Hier findet sich auch die einzige Antwort auf Sinn, die ich geben könnte, würde man mich zwingen zu antworten: Blinde Liebe und Freude an der Sache. Ohne Bedingungen, aber mit dem Potential daran zu wachsen und mich selbst besser kennen zu lernen.

Üben ist eigentlich Spielen

In diesem Alan Watts Zitat findet sich auch bereits der wichtigste meiner Grundsätze im Bezug auf Üben und tatsächlich auch das Leben im Allgemeinen. In dem Moment, in dem Sie eine Aufgabe als Arbeit betrachten, entstehen Blockaden, Sie zögern, Sie gehen nicht die nötigen Schritte und versuchen diese Arbeit so weit es geht zu schieben. In diesem Moment empfinden Sie keine Freude an der Sache und werden diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auf lange Zeit aus freien Stücken heraus nicht länger verfolgen.

Verstehen Sie mich dabei bitte nicht falsch, auch ich habe Momente an denen ich merke, jetzt wird das Üben nervig und ich habe das Gefühl, ich quäle mich nur noch durch die Bewegungen. In diesen Momenten mache ich eine Pause. Dann sehe ich mir die Aufgabe welche vor mir liegt an, und suche nach dem Spiel darin.

Mindset – Aufgabe wird zum Spiel

Es gibt beispielweise einen Effekt, bei dem eine Karte in die Luft geworfen wird, auf dem Weg hinunter in das Kartenspiel einschlägt und eine vorher gewählte und unterschrieben Karte spaltet. Fast so wie Robin Hood mit den Pfeilen. Ein wesentlicher Teil der Methode ist genau das: Eine Karten werfen und im Kartenspiel fangen. Um das zu üben und somit verlässlich vor Publikum vorzuführen, gibt es keine Abkürzung. Das bedeutet stundenlanges Werfen und Fangen. Wie Sie nun den ersten wesentlichen Schritt genau umsetzen und aus der Aufgabe ein Spiel machen, sehen wir uns im nächsten Artikel an.