Die virtuelle Zaubershow

Die virtuelle Zaubershow

Virtuelle Zaubershow – Magie 3.0?

 

Die virtuelle Zaubershow ist angekommen. Und das Angebot ist riesig. Jedoch stellt sich natürlich die Frage, wann die Leute sich sattgesehen haben. In der Weihnachtszeit und selbst noch Anfang des Jahres wurden fleißig virtuelle Shows gebucht. Selbst das Unternehmen BIONTECH buchte mehrfach einen digitalen Magier. Kaum kommt der Februar jedoch, ebben die Auftritte ab. Und der Fokus wechselt von Firmenkunden auf Privatleute.

Das sich Zauberkünstler auf der ganzen Welt plötzlich mit der Welt des streamens auseinandersetzen mussten, geschah beinahe nahtlos. Wie nur wenige Industrien passten wir uns an. Wir kauften Greenscreens, Streamlinks und Streamdecks. Wir richteten Kameras ein, lernten über Beleuchtung und den richtigen Ton. Auch mussten wir uns neue Tricks ausdenken oder alte umwandeln und auf das neue Medium anpassen. Eine Aufgabe, die alles andere als leicht war.

Glücklicherweise herrscht unter Zauberkünstlern ein reger Austausch und guter Zusammenhalt. In Zoomcalls besprach man sich, gab Ratschläge und löste Probleme. Auch veröffentlichten Kollegen eigens erfundene Kunststücke und teilten diese mit uns.

 

Virtuelle Zaubershow am Tablet, PC und Handy

Hat man einmal eine virtuelle Zaubershow geschrieben und einstudiert, liegt es natürlich nah, diese im nächsten Schritt auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Leute wollen unterhalten werden. Seit geraumer Zeit bieten Profizauberkünstler ihre Programme online an. Tickets kosten in der Regel zwischen 15€-80€. Blickt man nach Amerika, entdeckt man sogar Shows, für die 150$ verlangt werden. Im Vorhinein bekommt man bei vielen Programmen eine Box oder einen Brief zugeschickt und kann interaktiv mitwirken. Meist befinden sich darin Pendel, kleine Zaubertricks, Karten und vieles mehr.

Aus der kreativen Perspektive gesehen, ist dieses neue Medium für Zauberkünstler eine interessante Herausforderung. Wie lässt man eine Karte ziehen, ohne dass das Kartenspiel berührt werden kann? Wie zeigt man die Karte, ohne  dass vermutet wird, man blickt heimlich auf den Monitor? Dann sollte das Ganze im Optimalfall unterhaltsam sein, abwechslungsreich und die Zuschauer in den Bann ziehen. Und ja, es geht. Viele Kollegen haben es bewiesen.

Auch ich führe meine Kunst im Internet vor. Immer Montags auf Twitch streame ich mit meinem Freund und TikTok Star Dannero live interaktive Magie. Dabei schauen in der Regel 100 Leute zu. 20 interagieren dabei mit uns beiden in einer Zoom Konferenz. Diese wird dann auf Twitch öffentlich für alle übertragen. Eintritt frei. So probieren wir neue Ideen aus und verlieren den Spaß am Auftreten nicht. Jeder ist herzlich eingeladen, teil zu nehmen. Diese kleinen Shows sind mein wöchentliches Highlight, während wir nicht arbeiten dürfen.

Magie virtuell vs real

Corona wird diese Welt noch lange beschäftigen. Dieses Virus ist lebendig, entwickelt sich weiter, mutiert. Je länger dieser Zustand besteht, desto mehr wandert unser Alltag ins Internet. Es beginnt bei Homeoffice und Homeschooling. Es endet bei Amazon und Netflix. Und genau das sind auch die Konkurrenten der Zaubershows. Die Frage ist also: Kann man mit einer multimillionenschweren Produktion mithalten? Ich bezweifle es. Und wie lange will man das überhaupt?

Trotzdem muss man an dieser Stelle ganz klar sagen, dass Zauberer weltweit wundervolle Shows auf die Beine gestellt haben. Dabei sollte man viele dieser Shows sicher ein mal ansehen, mitmachen und den Alltage vergessen. Immer mit dem Gedanken im Hintergrund, dass es jetzt auch darum geht, den Künstler durch diese schwere Zeit zu unterstützen. Viele sind tatsächlich in dieser Krise schon pleite gegangen. Und viele mehr werden ohne Unterstützung folgen. Und nach der Krise ist dann irgendwann kaum noch wer übrig.

Die sozialen Medien simulieren das Gefühl von Gemeinsamkeit. Genau  wie eine virtuelle Zaubershow ein künstliches Theatererlebnis erschaffen kann. Aber es ist nicht das selbe. Es dauert nicht lang und das Gehirn durchblickt enttäuscht die Illusion. Auch Staunen muss ein live Erlebnis sein. Erzeugt durch Magie direkt vor den eigenen Augen. Ohne Monitor. Pur und echt. Und so geben wir uns mit der digitalen Variante zufrieden, aber können ein echtes Treffen in der wirklichen Welt kaum noch erwarten. Bis dahin sehen wir uns online!

Corona Krise – Was können freischaffende Künstler tun?

Corona Krise – Was können freischaffende Künstler tun?

Corona Krise – Was kann man als freischaffender Künstler tun

Hilfe zur Zeit des Coronavirus: Soforthilfe, Steuerstundung, Krankenkassenbeiträge senken und Kulturfonds

Corona Krise: Sie hat zur Zeit die ganze Welt im Griff. Kulturschaffende, Solo-Selbstständige und so gut wie jeder Freischaffende spürt die finanziellen Folgen. Firmenveranstaltungen, öffentliche Events und schließlich der gesamte Kulturbetrieb liegen auf Eis. Nun prägen Ausgangsbeschränkungen den Alltag. Was man als freischaffender (Zauber-) Künstler in Notzeiten des Coronavirus aktuell tun kann.

Als Zauberkünstler, sprich Solo-Selbstständiger, trifft mich die Corona Krise aktuell wirklich hart. Vom einen auf den anderen Tag ist mein Geldhahn zugedreht. Es gibt keinen Arbeitgeber, der mir weiterhin mein Gehalt beziehungsweise meine Gage bezahlt. Auch kann ich keine Kurzarbeit anmelden. Jedoch gibt es mehrere Möglichkeiten, die mir als Künstler in dieser schweren Zeit angeboten werden.

Corona-Schutzschild durch die Bundesregierung

++ Stand 25.03.2020 ++

Um kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, hat die Bundesregierung hat Paket in Höhe von 50 Mrd. Euro geschnürt. Auch werden die Regeln zum Thema Insolvenz abgeändert, so dass man bei Schwierigkeiten vorerst keine anmeldem muss. Mehr Informationen und Formulare finden Sie direkt auf der Seite des Ministeriums.

 

Soforthilfe für Selbstständige und Kulturschaffende durch Bundesländer

++ Stand 25.03.2020 ++

Aktuell bieten die Bundesländer finanzielle Soforthilfen an. Diese Hilfsprogramme sehen in den meisten Fällen direkte Zuschüsse vor, welche auch nicht zurückgezahlt werden müssen. Somit soll so unbürokratisch wie möglich in einem ersten Schritt geholfen werden.

Diese Bundesländer bieten Soforthilfe an. Klicken Sie einfach auf Ihr entsprechendes Bundesland, um zu den entsprechenden Formularen und Informationen zu kommen.

 

In der Corona-Krise die Krankenversicherung anpassen

Für alle Solo-Selbstständigen, die bei der Künstlersozialkasse versichert sind, gilt folgender Tipp. Passen Sie Ihr geschätztes Jahreseinkommen an. Somit ändern sich auch die Beitragszahlungen. Natürlich zahlen Sie dadurch auch weniger in Ihre Rente ein, aber es ist ja nur eine vorübergehende Maßnahme. Sobald sich die Lage normalisiert hat, sind Sie verpflichtet eine neue Schätzung zu senden. Sie finden weitere Informationen und entsprechende Formulare zum Umgang mit dem Coronavirus auf der Seite der KSK unter folgendem LINK.

Kulturfonds in der Corona-Pandemie durch Serdar Somuncu

++ Stand 25.03.20 ++

Der Kabarettist, Schauspieler, Autor und Musiker Serdar Somuncu startete vor wenigen Tagen einen Kulturfonds speziell für Künstler. Dieser richtet sich vor allem an Kulturschaffende, die auf Grund abgesagter Bühnenauftritte keine Einnahmen mehr haben. Man sich HIER bewerben und HIER anonym spenden. Stand jetzt ging eine Summe von 10.641,77 EUR ein.

Hier ein großartiger Podcast meiner Kollegen, die Zaubertrixxer, zum aktuellen Thema.