Podcast #7 – Dani DaOrtiz

Podcast #7 – Dani DaOrtiz

Dani DaOrtiz in München – ein kleiner Seminarbericht

Dani DaOrtiz ist ein Zauberkünstler, den man innerhalb der Szene nicht vorstellen braucht. Als Schüler des großen Juan Tamariz versteht Dani es wie kaum ein anderer, die Techniken der Kartenmagie so perfekt psychologisch zu verstecken. Und wie gut er wirklich ist, sollten die Teilnehmer und Zuschauer von Seminar/Show am 07. September 2019 selbst erleben.

Die Spanische Schule

Kaum betrat Dani den Raum brach dieser in sofortigen Applaus aus und die Stimmung schoss von Null auf Hundert. Einen ausführlichen Bericht kann man in der neuen „Magie“ lesen. Aber so viel sei verraten: Ständig wurden Kartendecks von den Zuschauern ausgeliehen. In ganzen vier geliehenen Spielen fand sich eine und die selbe umgedrehte Karte. Obwohl jeder der festen Überzeugung war, dass Dani DaOrtiz die Kartenspiele nicht bzw. kaum berührte. Man hatte das Gefühl, dass die Magie einfach so geschah. Ohne Zutun des Magiers. Die Spanische Schule eben.

Chaos als Methode

Von zerissenen Karten zu Any Card at Any Number – jeder Trick bekam den DaOrtiz Touch und wurde somit noch unmöglicher. Auffällig war dabei das scheinbare Chaos, welches insgeheim geplant und perfekt inszeniert war. Dieses Chaos, das jede Form von Methode und Tricktechnik verstecken konnte. Man wusste es wirklich zu schätzen was Dani bei seinen Tricks alles bedachte, als er das WIE und WARUM erklärte. Man sieht eindeutig Tamariz‘ Handschrift.

Mein persönliches Highlight

In der Hotelbar ging es im Anschluss an das Seminar für einige wenige noch weiter. Nachdem ich zusammen mit einem guten Freund Nurmagomedows Sieg ansah, gesellten wir uns noch zum Rest. In diesen ca. 2h zeigte Dani DaOrtiz warum er eine lebende Legende unter Kartenkünstlern ist. Ich möchte über keinen einzigen Trick reden, den ich in der Lobby des Hotels noch erleben durfte. Nur eins möchte ich sagen: Ich hoffe, er veröffentlicht noch einiges an Material. Dieser Mann hat mehr als ein Ass im Ärmel.

 

Auch einen ganz lieben Gruß an dieser Stelle an meine alten und an diesem Tag neu gewonnenen Freunde. Bis zum nächsten Seminar.

Achja, und wer von Kartentricks nicht genug kriegt, der klickt einfach mal HIER

Podcast #6 – Neue Kartentricks finden

Podcast #6 – Neue Kartentricks finden

Kartentricks

Kartentricks sind die Poesie der Magie. Das sagte zumindest der Zauberer Hofzinser. Und tatsächlich beherrschen auch die meisten Laien den einen oder anderen. Wenn ich nur jedes Mal einen Euro bekommen würde, wenn bei einem Auftritt jemand selbst einen zum Besten geben will 😉 Wenn man bedenkt, dass es Kartentricks wie Sand am Meer gibt wirkt es auf den ersten Blick verrückt, dass Privatleute immer die selben zwei, drei Tricks kennen. Dafür gibt es jedoch einen guten Grund. Kartentricks sind schwer. Man muss üben. Richtig viel, täglich, ständig. Wie ein Pianist müssen Kunststücke einstudiert und Kartengriffe geübt werden. In der Bar mit Restaurant in dem wöchentlich auftrete gibt es viele Stammkunden. Was auch bedeutet, dass die meisten meine Tricks schon ein mal gesehen haben. Also muss neues Material her. Aber wo findet man so etwas.

Hier der großartige Derren Brown mit einem Kartentrick, der auf einem Klassiker basiert:

Bücher vs DVDs

Es gibt Zauberer (Profis und Amateure), die würden Bücher noch nicht mal für Geld anfassen. Sie lernen ausschließlich von DVDs, manchmal sogar noch immer von uralten VHS Kassetten. Betamax eher nicht 🙂 Traurig. Denn Betamax war… nein… Bücher sind die absolut beste Quelle um sich wirklich mit der Zauberkunst zu beschäftigen. Es gibt einen Spruch, der lautet: Möchtest du ein gutes (Trick-)Geheimnis für dich bewahren, dann verstecke es in einem Buch. Wahrscheinlich hat es aber auch mit dem Zeitgeist zu tun. Statt darauf zu warten, dass etwas im Fernsehen kommt streamen wir on demand. Wir warten nicht auf den Postboten, sondern bestellen per Express Lieferung für den selben Tag. Wir überlegen uns nicht, wie ein in einem Buch beschriebener Trick aussehen könnte (die eigene Phantasie entwickelt oft ganz neue Methoden), sondern wir lassen es uns in kleinen Häppchen vorkauen. 

DVDs haben seine absolute Berechtigung und ich denke, dass die Mischung aus beiden Medien optimal ist. Aber Bücher bleiben die Nummer 1. Es gibt unzählige Bücher über Kartentricks. Die Aufgabe eines Zauberer liegt oft darin, sich mit einem dicken Wälzer (Cardially Yours von Marlo zum Beispiel) hinzusetzen und alte neue Kartentricks zu entdecken. Das ist zwar zeitaufwändig, macht aber auch eine Menge Spaß. Eine solche Entdeckung dann irgendwann in sein Programm mit einzubauen und Leute zu unterhalten gehört zu den erfüllendsten Seiten der Zauberkunst. Also, lest!  

French Drop und die Komplexität der Magie

French Drop und die Komplexität der Magie

French Drop und die Komplexität der Magie

Der sogenannte French Drop gehört zu den Basistechniken der Münzmagie. Der Zauberkünstler simuliert die Übergabe einer Münze in die andere Hand. Er hält sie jedoch, ohne dass die Zuschauer es merken, zurück. Hier eine kurze Demonstration:

Diese an sich einfache Bewegung jedoch flüssig und vor allem täuschend vorzuführen ist alles andere als leicht. Versuche ich den French Drop bei Workshops beizubringen merke ich schnell, wie schwer Teilnehmer sich tun Timing und Körpersprache zusammen zu fügen. Sehen wir uns das Ganze doch ein mal genauer an.

7 komplexe Sekunden Tricktechnik

Brechen wir diesen Griff samt Bewegungsabfolge in seine einzelnen Punkte herunter:

  1. Münze in der linken Hand zeigen und richtig positionieren
  2. Münze mit der rechten Hand „greifen“, sprich: im richtigen Moment in die linke Handfläche fallen lassen
  3. Mit der rechten Hand simulieren, eine Münze zu halten; dieses Illusion mit entsprechender Körpersprache verstärken
  4. Die linke Hand langsam aus dem Sichtfeld des Zuschauers bewegen und eine natürliche Handhaltung bewahren
  5. Die rechte Hand auf magische Art und Weise öffnen um zu zeigen, dass die Münze verschwunden ist
  6. Linke Hand samt Münze überzeugend und synchronisiert bewegen um anzudeuten, dass die Münze auch nicht in dieser (linken) Hand verborgen ist

 

Sieht man sich das oben gezeigte Video noch ein mal an, erkennt man darin diese einzelnen Schritte.

Zugegeben, es gibt täuschendere Methoden, um eine Münze magisch verschwinden zu lassen. Wie in jedem Bereich des Lebens ist es jedoch wichtig, erst die Basistechniken zu beherrschen, bevor man sich an eigene Interpretationen traut. Aber nicht immer braucht es die allerneueste Methode. Hier beispielsweise ist ein Clip des Magier-Duos Penn&Teller. Seht genau hin und versucht den Moment zu finden, an dem der French Drop eingesetzt wird. Als kleiner Tipp: Dieser Griff kann auch im Team ausgeführt werden.

Die Evolution – eine Variante

Jedoch denke ich man kann problemlos behaupten, dass diese Tricktechnik täuschen kann, auch wenn man sie kennt. Das liegt daran, dass sie von verschieden, weiteren Prinzipien ummantelt wird (z.B. Trickablauf, Text, etc.). Somit wird sie komplex in ihrer Einfachheit und vor allem täuschend. Trotzdem war schon immer mein Ziel, Methoden für meine Arbeit weiterzuentwickeln. Hier ist eine der Varianten, die aus dem French Drop geboren wurde.

Artikel für Zauberer: Neue Zaubertricks testen

Artikel für Zauberer: Neue Zaubertricks testen

Neue Zaubertricks testen

Ganz egal ob Ihr Profis oder Hobbyisten seid, neue Zaubertricks zu testen ist immer unangenehm. Ich kenne einige Kollegen, die genau aus diesem Grund nur selten an ihrem Repertoire arbeiten und es verändern. Es ist nun mal bequemer alt eingespielte Tricks vorzuführen.

Seit fast genau einem Jahr habe ich ein wöchentliches Engagement im Münchner Restaurant HERZOG. Es gibt keinen besseren Ort, um an dem eigenen Close-up Programm zu arbeiten. Stammgäste „zwingen“ einen förmlich durch immer wieder neue Zaubertricks zu begeistern. Man kann ja nicht ständig das selbe vorführen. Das bedeutet jedoch für mich, dass ich jederzeit eine handvoll neuer Effekte und Tricks in Vorbereitung haben muss. Gerade arbeite ich zum Beispiel an einer Münzroutine (von Gary Kurtz), Routinen mit ITR, und dem Rubik’s Cube. Nebenbei such ich in Zauberliteratur nach neuen Effekten und Ideen und scripte meine Nummern.

Das erste Mal…

… tut immer weh. Ganz egal wie viele Stunden man einen neuen Trick vor dem Spiegel geübt und einstudiert hat. Beherrscht man ihn in den Proben zu 100%, vor echtem Publikum sinkt diese Zahl auf 20%. Man kennt den Trick noch nicht so gut, weiss nicht was passieren und wie man reagieren kann. Das alles kommt erst durch Erfahrung und Routine. Um neue Zaubertricks schnellstmöglich erfolgreich zu integrieren und diesen Weg etwas abzukürzen, hier drei kurze Tipps:

  • Eröffne nie mit einem neuen Trick

Der Standup Comedian Jerry Seinfeld beginnt seinen Auftritte niemals mit einem neuen Stück. Es erzeugt Unsicherheit und zerstört ein Programm komplett, falls es schief geht.

 

  • Baue den neuen Trick zwischen Eingespieltem ein

Selbst wenn der Trick später mal als Opener gedacht ist, gehört er zu Beginn seiner Karriere nicht an den Anfang. Hat man sich als guten Zauberkünstler bereits etabliert, ist es nicht so schlimm, wenn mal etwas schief geht. Darum gehören neue Effekte zwischen altbekannte und eingespielte Routinen, auf die man sich verlassen kann. Wichtig auch: Beende dein Programm nicht mit neuem Material!

 

  • Mache dir Notizen nach der Show

Wie oft malt man sich aus, wie großartig die Publikumsreaktion auf neue Effekte sein wird. Und kaum hat man die ersten paar Vorführungen hinter sich, ist man unzufrieden. Neue Zaubertricks kommen am Anfang nie so gut an, wie erhofft. Du musst dir die Momente im Trick erst erarbeiten und sie erforschen: Wo gibt es Lacher? Wo sind zu lange Pausen vorhanden? Wie kann ich gewisse Stellen schneller, direkter, magischer machen? Gab es für die Zuschauer Unklarheiten? Nach jeder Show weiß man mehr. Schreib darum unbedingt alle deine Beobachtung auf. Ich habe immer ein kleines Notizbuch bei mir und gehe nach dem Auftritt im Hotel oder zu Hause den Auftritt erneut kurz durch.

Zaubertricks erlernen – Wo fängt man am besten an?

Zaubertricks erlernen – Wo fängt man am besten an?

Magie – eine der stärkste Kunstformen der Welt

Was Zaubertricks ermöglichen

 

Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Fähigkeit nur mit einem Päckchen Karten oder ein paar Münzen andere innerhalb von kürzester Zeit zu begeistern. Ob abends mit Freunden in der Bar oder am Arbeitsplatz mit Kollegen (oder für die jüngeren Leser: auch auf dem Pausenhof). Zaubertricks geben einem Superkräfte an die Hand. Vielleicht liegt es genau daran, dass ich bei jeder Veranstaltung gefragt werde, ob ich nicht einen einfach Trick verraten kann. Einfach damit man selbst auch mal etwas Magisches zeigen kann.

Unabhängig davon, ist die Magie aber auch einfach ein wundervolles Hobby. Man lernt etwas Außergewöhnliches, knüpft eine Menge Kontakte, trainiert seine Finger und gewinnt spanndende Einblicke in angewandte Psychologie. Hier dazu zwei sehr interessante Artikel: Psychologie der Magier & Revealing the Psychology of Playing Card Magic

 

 

Aber wo fängt man an?

Die Welt der Zauberer ist eine Welt voller Tüftler, Nerds, Träumer, Poeten, Mathematiker, Psychologen aber vor allem Autoren. Ca. seit dem 19. Jahrhundert (aber auch schon früher; siehe „The Discoverie of Witchcraft“ aus dem Jahr 1584) sind professionell veröffentlichte Zauberbücher gang und gäbe. Oftmals denkt der Uneingeweihte, dass man an diese Literatur nur schwer rankommt. Die Wahrheit ist aber, dass das Internet jedem Zugang zu diesen Büchern ermöglicht. Früher musste man noch kompliziert aus Amerika bestellen (die meiste gute Literatur ist englischsprachig), heutzutage geht das alles einfacher. Der Nachteil: Je mehr Auswahl es gibt, desto schneller ist man mit der Masse an Möglichkeiten überfordert. Aber darum bin ich ja hier 😉

Meine TOP 3 der besten Zauberbücher für Anfänger

Jochen Zmeck – Handbuch der Magie

Es gibt meiner Meinung nach keinen besseren Einstieg in die Welt der Zauberkunst. Sie finden in diesem Buch neben magischer Theorie aber vor allem Zaubertricks mit Münzen, Karten, Seilen, Bällen, Streichhölzern, Tüchern, etc.

Mit diesem Buch alleine schon haben Sie alles was Sie benötigen um auch tiefer in die Materie einzusteigen.

Jochen Zmeck - Handbuch der Magie
Zaubertricks für Dummies

Dr. Oliver Erens – Zaubertricks für Dummies

Ich denke jeder kennt die berühmte Reihe „XXX für Dummies“. Natürlich durfte dort auch die Zauberkunst nicht fehlen. Jetzt sollte man auf keinen Fall den Fehler machen und denken, es wären billige Tricks in diesem Buch. Vielmehr gibt es magische Effekte für jedes Skill-Level. Selbst Tricks zum Gedanken lesen werden verraten.

Mark Wilson – Complete Course in Magic

Diese TOP 3 Liste wäre nicht komplett, ohne dieses Buch. Es ist englischsprachig, aber meiner Meinung das Nummer 1 Buch, falls Sie dieser Sprache mächtig sind. Für manche gilt dieses Buch als die „Magische Bibel“ und selbst Illusionisten wie Derren Brown raten zu Mark Wilsons Buch zum bestmöglichen Einstieg.

Viel Spaß beim Lernen!

Ich bin mir sicher, Sie haben mit diesen drei Büchern mehr als genug Material und Wissen an der Hand, um selbst nun andere mit Tricks unterhalten zu können. Vergessen Sie nicht: Selbst wenn Sie diese Tricks niemals vor „Publikum“ vorführen, lernen Sie trotzdem eine Kunstform, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Haben Sie aber vor allem Spaß und herzlich Willkommen im Club der Magier.