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Der Zauberer lenkt ab

geschrieben von OSMAN

7. April 2021

Zauberer lenkt ab

Zauberer lenkt ab

Der Zauberer lenkt ab heisst es so oft. Es wird unterstellt, man rede irgendeinen verwirrenden Text und habe zumal noch einfach zu schnelle Finger. Und das, obwohl gute Zauberer genau darauf achten, dass Zuschauer solche Vermutungen erst gar nicht aussprechen können. Durch gute Drehbücher zu ihren Tricks, glasklare und faire Präsentation und perfekt einstudierte Technik. Aber egal wie viel Mühe man sich als Künstler macht. Selbst dann gibt der eine oder andere auf und ignoriert die vorher investierte Liebe zum Detail. Und plärrt Ablenkung.

Das große Problem der Ablenkung

Mache ich als Zauberkünstler plötzlich eine schnelle Bewegung, merkt mein Gegenüber das sofort. Auch wenn die besagte Bewegung nur im peripheren Sichtfenster stattfindet. Selbst wenn ein Zuschauer nicht genau deuten kann, was exakt in diesem hastigen Moment gerade geschehen ist, zerstört es die Magie. Die Bewegung war unnatürlich. Der Magier redet und bewegt sich gleichzeitig schnell. Als würde er etwas Geheimes verstecken wollen. Der Zauberer lenkt ab. Zumindest so die Vermutung. Das heisst im Umkehrschluss, dass ich mir als Künstler jeder einzelnen Handlung und Geste sehr bewusst sein müssen. Sonst verliert meine Vorführung an magischer Wirkung. Auch unbeabsichtigt. Lasse ich beispielsweise während einer Münzroutine die Münzen untersuchen und halte dabei die Hände hinter meinem Rücken, wirkt das suspekt. Auch ein Griff in oder selbst nur an die Jacke, kann Misstrauen erwecken.

Die Lösung verdanken wir Juan Tamariz

Der wohl bekannteste Zauberer unter Zauberkünstlern, Meister Juan Tamariz, widmete seinem Buch The Magic Way genau diesem Thema. Wie ist es möglich, einen Zaubertrick so klar und deutlich aufzuführen, dass nur noch Magie die Antwort sein kann. Das Zuschauer nicht mal auf die Idee einer Trickmethode kommen will. Dies ist jedoch eher ein persönliches Ziel des Künstlers. Jeder will doch irgendwie wissen, wie die Dinge im Universum funktionieren. So sind wir Menschen gebaut.

Der Prozess der Trickanalyse muss im besten Fall verhindert werden. Wie könnte er es gemacht haben ist ein Satz, der nicht fallen sollte. Um das zu bewerkstelligen, ist es als Zauberer wichtig zu verstehen, was genau im Kopf des Zuschauers während meiner Vorführung vor sich geht. Wann und warum er überhaupt auf den Gedanken kommt, der Zauberer lenkt ab. Auch muss ich bestimmen, was der magische Effekt in den Köpfen der anderen am Ende auslösen soll.

Die ultimative Aufgabe ist somit, den Zuschauer in einen gewissen Geisteszustand zu versetzen. Durch die magische Atmosphäre des Tricks an sich und die emotionale Wirkung. Damit der Verstand durch das Erlebnis des Unmöglichen in einen Zustand gerät, der nicht ganz rational aber auch nicht ganz emotional ist. Wichtig ist die Mischung.

Zu sehr Fokus auf das Emotionale, und das Verständnis für die Unmöglichkeit des eben erlebten fehlt und schwächt die Magie. Zu viel Fokus auf das Rationale, und der Zaubertrick wird zu einem unlösbaren Rätsel. Ohne Potential für Staunen. Manche mögen diesen Weg zwar, aber für die meisten ist er doch weniger befriedigend. Auch braucht es dafür keinen Zauberer, sondern eher ein Rätselheft.

Tamariz umgeht das Problem des Rätsel lösen dadurch, dass er unter anderem falsche Lösungsansätze anbietet. Diese aber kurz drauf im Keim erstickt. Er selbst legt somit selbst den Fokus auf das Rationale und schaltet es im Anschluss direkt aus. Dadurch entsteht leichter Platz für das Emotionale, was sich eher schüchtern rauswagt. Auch Zuschauer, die ansonsten eher verhalten sind, kommen leichter aus sich heraus. Gemeinsames Staunen kann stattfinden.

Ja, der Zauberer lenkt ab. Nein, er meint es nicht böse. Er hat sich dabei sogar einige Gedanken gemacht, damit sich niemand ver*rscht vorkommt. Als bitte ich jeden, sehen Sie es uns nach. So wie Sie es auch bei Schauspielern in Theatern oder im Fernsehen tun. Dann macht es auch richtig Spaß, echte Magie zu erleben.

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