Tagtäglich sorgen drei Falschspieltechniken dafür, Spielern weltweit tausende von Euros, Dollars, Yen, etc. beim Poker oder anderen Kartenspielen aus der Tasche zu ziehen:

  1. Blind Shuffle
  2. Second Deal
  3. Bottom Deal

 

DISCLAIMER: Was Sie mit den hier gezeigten Techniken anstellen, liegt bei Ihnen. Um sich selbst vor Falschspielern zu schützen, gilt eine einfache Regel: Wissen ist Macht.

Auch gebe ich Ihnen hier ein paar einfache Tipps an die Hand, die gängigsten Betrugsmethoden zu umgehen.

Es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht ein Kartenspiel in den Händen halte und an neuen und alten Falschspieltechniken arbeite. Selbst die Unterlage auf der ich gerade meine Tastatur liegen habe ist eine Art Filzmatte, die verhindert, dass die Karten herumrutschen. Um erfolgreich zu betrügen, bedarf es einiger Fingerfertigkeit und vor allem Übung. Gerade in privaten Spielen kommt es regelmäßig vor, dass Karten heimlich gesichtet und kontrolliert werden. Hier ein Beispiel dazu:

Blind Shuffle

Nehmen wir an Sie haben sich gewünschte Karten in einem Spiel so gelegt, dass diese beim Austeilen in Ihre Hand fallen. Zum Beispiel liegen die vier Asse immer an fünfter Position. Sie teilen den anderen vier Mitspielern die Karten zwischen den Assen aus und enden mit einem Vierling. Dies geht aber nur, wenn Sie das vorher gelegte Kartenspiel falsch mischen.

In diesem Clip zeige ich, wie man die Technik des sogenannten „Blind Shuffle“ auf die Spitze treibt, in dem ich alle 52 Karten kontrolliere und keine einzige die Position ändert. Das Deck beginnt in fabrikneuer Reihenfolge und endet nach dem Mischen auch in selbiger:

Beachten Sie dabei die beinahe schlampige und sorglose Handhabung der Karten. Ein guter Falschspieler macht nie den Anschein, als läge sein Fokus in irgendeiner Art und Weise auf den Karten und was mit ihnen passiert.

Auch passt ein Falschspieler seine Techniken auf seine Mitspieler an: Mischen diese in der Hand (Überhandmischen) oder auf dem Tisch (Riffelmischen), heben diese ab nach dem Mischen oder nicht. (In diesem Fall müssten neue Strategien angewendet werden, die wir uns in Zukunft ansehen werden.)

Tipps zum Schutz:

  • Heben Sie immer ab und vertrauen Sie niemandem beim Spiel, egal wie lange oder gut Sie sich bereits kennen
  • Mischen Sie die Karten wie in Casinos üblich auf dem Tisch, in dem Sie mit beiden Händen in kreisenden Bewegungen die Karten ineinander bewegen („Card Washing“)

Second Deal

Beim Texas Hold‘em Poker (oder auch beim Black Jack) reicht es, nur wenige Karten zu kontrollieren. Benötigen Sie beispielweise die oberste Karte im Deck (die Sie natürlich heimlich gesichtet haben; siehe SHINER), können Sie diese einfach so lange zurückhalten, wie Sie möchten. Hier kommt der Second Deal ins Spiel:

Wenn man genau hinsieht erkennt man, wie die oberste Karte jedes Mal ein kleines bisschen Platz macht, um die Karte darunter zu erreichen (d. h. die zweite Karte; daher auch der Name). Mit dem richtigen Winkel und in der richtigen Geschwindigkeit ist diese Technik absolut unsichtbar.

Tipps zum Schutz:

  • Achten Sie darauf, ob der Dealer die Kartenhand etwas zurückhält und Ihnen somit den Blick auf die oberste Karte nimmt
  • Achten Sie auf den Daumen: Hebt sich dieser von der obersten Karte ab, oder bleibt er fest drauf (da die oberste, nicht ausgeteilte Karte ja wieder zurückgeschoben werden muss um die Illusion zu wahren)

Bottom Deal

Der „Großvater der Kartenmoves“ ist ohne Zweifel der Bottom Deal. Dabei teilt man die Karten, wie der Name bereits verrät, von unten aus. Der Vorteil ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, was mit den obersten Karten geschieht. Egal wie viele bereits ausgeteilt oder bei Seite gelegt wurden, die unten platzierten Karten sind immer sicher und unberührt.

Beachten Sie bei diesem Video bitte, dass ich den schlechtmöglichsten Winkel samt niedriger Geschwindigkeit gewählt habe, damit Ihnen auffällt, was einen Bottom Deal verraten kann. Und trotzdem ist es schwer zu sehen:

Tipps zum Schutz:

  • Heben Sie nachdem der Deal gemischt hat immer auf einen umgedrehten Joker oder eine sogenannte „Cut Card“ ab
  • Achten Sie vor allem auf den Mittelfinger der Deck-Hand: Um die unterste Karte heraus zu ziehen, müssen die anderen Finger Platz machen

Letzter Tipp:

Ein Kartendeck mit durchgängigem Muster (siehe linkes Bild) maskiert diese Techniken beinahe komplett, selbst wenn sie schlampig ausgeführt wurden. Spielen Sie deshalb besser mit einem Kartenspiel, das einen weißen Rand und ein symmetrisches Muster besitzt (siehe rechtes Bild).

 

Wo lernt man solche Dinge?

In der Welt der Falschspieler, aber vor allem Zauberkünstler, existiert ein Buch, welches absoluten Legenden-Status besitzt: „THE EXPERT AT THE CARD TABLE“ von S. W. Erdnase. Herausgegeben Anfang des 20. Jahrhunderts (1902), ranken sich bis heute viele Mythen um diese Falschspieler-Bibel. Selbst der wahre Name des Autors ist unbekannt. Man geht davon aus, dass er ein Pseudonym verwendet hatte. Es braucht nicht viel Fantasie, um beispielsweise den Namen „S. W. Erdnase“ rückwärts zu lesen und „E. S. Andrews“ zu entschlüsseln. Wer jedoch Erdnase wirklich war, bleibt uns wohl noch einige Zeit verborgen. Es wird aber weiter fieberhaft nach seiner wahren Identität gesucht. Viele Theorien existieren, niemand ist sich jedoch zu 100% sicher.

p.s.: Das Buch gibt es sogar bei Amazon 😉

p.p.s: Einige der Techniken demonstriere ich bei meinen Live Shows