Derren Brown – Die Nummer 1 unter den Mentalisten

Derren Brown – Die Nummer 1 unter den Mentalisten

Derren Brown – Die Nummer 1 unter den Mentalisten

Fragt man Mentalisten weltweit wer der beste ihres Faches ist, fällt nur ein Name: Derren Brown. Der 1971 geborene psychologische Illusionist begann im Jahr 2000 seine Tv-Karriere mit der Sendung „Mind Control“. Er ist der Begründer einer neuen Schule von Mentalisten. Wie sein Vorbild Chan Canasta, behauptet Derren nicht, übersinnliche Fähigkeiten zu besitzen. Seiner Aussage nach, kommen jedoch die folgenden Techniken bei seinen Auftritten zum Einsatz. Magie, Suggestion, Psychologie, Ablenkung und geschickte Zurschaustellung. Dies kann man nicht nur am Bildschirm, sondern auch in seinen Bühnenshows interaktiv erleben.

Russisch Roulette und Séance live im Tv

2003 wurde das englische Fernsehpublikum mit einer Show geschockt, die es so noch nie gab. In einem langen Auswahlverfahren mit mehreren psychologischen Tests, sollte schlussendlich ein Kandidat heimlich einen Revolver laden. Sechs Kammern, fünf davon jedoch leer. Eine Kugel in einer frei gewählten Position aus eins in sechs. Derren Brown versuchte dann anhand der Stimme dieses Kandidaten zu erkennen, welche nummerierte Kammer geladen war. Kameras begleiteten in Echtzeit dieses Spektakel, über das am nächsten Tag die ganze Nation sprach.

Sein nächstes Experiment war dann eine interaktive Séance. Der Geist einer verstorbenen Person wurde gerufen. Teilnehmer der Séance erlebten paranormale Phänomene, sprachen in fremden Zungen und sahen sogar Dinge schweben. Sie waren überzeugt, mit dem Totenreich Kontakt aufgenommen zu haben. Jedoch endete die Sendung damit, das sich der vermeintliche Geist als Schauspielerin entpuppte, die noch immer lebte.

In späteren Tv-Shows beschäftigte sich Derren genauer mit dem Übersinnlichen. Er begleitete Exorzisten, Hellseher und Geisterjäger. Immer mit den Augen, eines professionellen Zauberers, der Trickmethoden schnell entlarvt. Wie beispielsweise bei der Bronnikov Methode. Dort wird behauptet, man könne u.a. ohne Hilfsmittel durch eine Art Röntgenblick in den menschlichen Körper sehen. Und gegebenenfalls Krankheiten ausfindig machen.

Derren Brown auf der Bühne

Vom Londoner Westend bis hin zum Broadway sind seine Shows eine absolute Theater-Sensation. Mit über zehn verschiedenen Bühnenprogrammen in 18 Jahren, ist dieser Ausnahmekünstler eine feste Größe in der Welt der Bühnenkunst. Für seine Shows „Something Wicked This Way Comes“ und „Svengali“ bekam er sogar zwei Laurence Olivier Awards in der Kategorie „Best Entertainment“.

Auch ich flog 2006 während meiner Zivildienst Zeit extra nach Wimbledon, um eine dieser Shows zu sehen. Mein persönliches Highlight war, als ein Zuschauer gebeten wurde auf die Bühne zu kommen, um Glasflaschen zu zerschlagen. Derren Brown legte dann seinen Kopf auf diesen Scherbenhaufen und ließ den Zuschauer auf sich daraufstellen. Totenstille im Publikum. Man hörte nur das leise Knacksen des Glassplitter. Dies war eine Art Aufführung der alten Schule. Im Anschluss an die Show durfte ich Derren kennenlernen. Ein Erlebnis, das mich bis heute prägt und zum ergreifen meines Berufs erheblich beigetragen hat. Auf YouTube gibt es die meisten seiner Shows in voller Länge zu sehen. Ich kann sie nur empfehlen.

Bücher für Zauberer und die Öffentlichkeit

Derren ist ein wahrer Renaissance Mensch. Neben seinem Talent als Zauberkünstler und Mentalist, seiner Fähigkeit unfassbare Karikaturen zu Malen, ist es auch noch Autor von fünf Büchern. „Pure Effect“ und „Absolute Magic“ sind reine Zauberbücher, die beide für sehr hohe Preise gehandelt werden. Beide Bücher sind auch bereits seit Jahren ausverkauft. Nur manchmal findet man auf Ebay das eine oder andere Exemplar dieser seltenen Werke.

In seinen letzten Büchern beschäftigt er sich mit einem Thema, das auch in seiner Tv Arbeit im Hintergrund oft die Fäden zog. Glück und glücklich sein. Wie wird man glücklichlich, was ist Glück überhaupt? Seine kleinen Lebensratgeber sind wundervoll geschrieben und oftmals greift er darin auf Philosophie und Methodik der Stoiker zurück. Eine absolute Kaufempfehlung.

Psychologischer Illusionist

Derren hat ein ganzes Genre der Zauberkunst mit seiner Art der Vorführung nachhaltig geprägt. Statt zu behaupten übersinnliche Fähigkeiten zu haben, ist der Trend unter Mentalsten seine Tricktechniken hinter vermeintlichen psychologischen Methoden zu verstecken. Beides ist natürlich Quatsch und dient nur als Vehikel, die Mentalshow zu transportieren. Die Arbeit, die Chan Canasta vor einem halben Jahrhundert begonnen hat, trägt Derren Brown weiter in die Zukunft. Er ist der absolut beste seines Fachs. Und wird es noch lange bleiben.

Zaubern am Tisch

Zaubern am Tisch

Zaubern am Tisch – Eine ungewöhnliche Kunstform

Zaubern am Tisch ist eine komische Sache. Oft treten Zauberer bei Firmenveranstaltung in der Gastronomie auf. Meist geschieht das Folgende in einem Restaurant oder einer Bar. In der einen Sekunde isst man noch, trinkt einen Cocktail oder befindet sich in einem guten Gespräch. Und plötzlich steht da ein Zauberkünstler und bittet einen, eine Spielkarte zu ziehen. Man ist nicht darauf vorbereitet. Wird komplett überrannt. Ist der Künstler jedoch überzeugend, oder sehr charismatisch, lässt man sich darauf ein. Plötzlich tut sich eine neue Welt auf. Eine Art magische Bühnenshow geschieht im Kleinen. Das Zaubern am Tisch ermöglicht sonst weit entfernte Wunder ganz nah dran zu erleben.

Der Tischzauberer – eine Stufe über dem Rosenverkäufer?

 

Man muss es schon zugeben. Prestigeträchtig wirkt es nicht, wenn man im Endeffekt gebeten wird, seine Zeit blind einem Fremden zu opfern. Eine ungewöhnliche Situation. Geht man zu einem Konzert, biedern sich die Musiker ja auch nicht an. Man hat sich aber bewusst für dieses Konzert entschieden. Bei einem Tischzauberer in einem Restaurant, sieht das anders aus. Die große Kunst des Zauberkünstlers liegt darin, sich ein aufmerksames und offenes Publikum spontan am Tisch zu schaffen. Die Leute fast schon zu verführen.

 

Und das ist natürlich nicht immer leicht. Man konkurriert mit dem Service. Mit anderen Gästen und mit der Musik. Mit Handys die klingeln und Nachrichten senden. Mit Instagram und jeder Menge weiterer Ablenkungen. Trotzdem bringt nimmt ein guter Künstler sein Publikum an der Hand und zieht es sanft in Die Welt der Magie.

 

Zaubern am Tisch

Gute Magier haben dafür einige Techniken an der Hand. Sie wissen, dass Menschen auf der persönlichen Ebene gewonnen und berührt werden wollen. Während Amateurzauberer gleich mit einem Kartentrick einsteigen, beginnt der Profi ein Gespräch. Schüttelt Hände, lernt die Namen der Zuschauer am Tisch auswendig. Betreibt Smalltalk, hört interessiert zu und lässt dann das Gespräch in seine gewünschte Richtung wandern. Zaubern am Tisch ist dabei das Mittel zur Kommunikation. Profizauberer wissen, das Menschen wertgeschätzt, gehört und wahrgenommen werden wollen. Und erst mit einem Publikum das sich wirklich wohlfühlt, kann erfolgreich gezaubert werden.

Magische Interaktion ist etwas Besonderes

Wir brauchen in unserem Leben das Außergewöhnliche. Und wir finden es in der Kunst. Darum lesen wir Romane, sehen Filme oder verlieren uns in Bildern. Wir hören Arien, Gitarrensoli, gehen ins Theater oder spielen Videospiele.
Die Zauberkunst aber, lässt uns unmittelbar am Unmöglichen teilhaben. Dabei hassen und lieben wir als Zuschauer genau diesen Konflikt. Wir wollen wissen wie ein Trick funktioniert, staunen aber auch über die rätselhafte Illusionen. Manchen fällt diese Ambivalenz schwer auszuhalten. Diese Menschen erkennt man daran, dass sie die Zauberkunst als „kindisch“ abtun. Aus ihnen spricht die Angst des Kontrollverlust. Ist dabei nicht eigentlich genau dieses nicht loslassen wollen kindisch?

Das Wunder vom Zaubern am Tisch

Interessant ist dabei, dass gute Zauberkünstler einen vergessen lassen, dass z.B. der Restauranttisch auf den ersten Blick nicht die beste Wahl für eine Showeinlage ist. Ähnlich einem Straßenmusiker, der trotz der widrigen Umstände einer Fußgängerzone die Zuschauer zum tanzen oder sogar mitsingen bewegen kann.

Auch ist das zaubern am Tisch nicht leicht. Stimmt aber die innere Einstellung des Künstlers, können seine Zuschauer Dinge erleben, von denen sie noch lange berichten werden. Den Beweis dafür trete ich seit über acht Jahren in den Restaurants und Bars, sowie auf Firmenveranstaltungen dieser Welt an. Unzählige Male treffe ich auf Stammkunden, die ihre Freunde mitnehmen, um ihnen auch ein mal den Zauberer zu zeigen. Oft wird auch direkt mit dem Handy gefilmt. Es wird versucht, den magischen Moment festzuhalten. Man will sein Erlebnis erben teilen.

Hoffentlich, lieber Leser, kreuzen sich auch irgendwann unsere Wege und ich kann live verzaubern. Das ist mir das Liebste.

Tarot ohne Esoterik

Tarot ohne Esoterik

Tarot ohne Esoterik

Vor einigen Jahren startete ich ein Tarot Experiment, welches sich mit Kartenlegen ohne Esoterik beschäftigte. Als Zauberkünstler und Mentalist muss man sich in allen Bereichen auskennen. Ich gab sogenannte Readings. Gratis natürlich. Tarotkarten sind nämlich ein spannendes psychologisches Hilfsmittel. Das bekannte Rider Waite Deck, ist leider eine stark abgewandelte Version der originalen Symbole von einst.  Man muss sich nur die Geschichte der Karten ansehen. Die Bilder auf den Karten wurden traditionell gemacht von Kirchenmalern. Von Kathedralenbauern. Von Menschen, die durch das Gemalte die Seele der der Betrachter berühren und bewegen konnten. Diese mehr als 700 Jahre alte Kunstform wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Von Meister zu Schüler.

Das Noblet Tarot

Das Noblet Spiel ist eines deletzten unverfälschten Decks seiner Art. Es kommt den ursprünglichen Kartenmotiven so nah, wie kaum ein anderes. Datiert wird es ca. um das Jahr 1650. Der leider bereits verstorbene Künstler Jean-Claude Flornoy erweckte vor einigen Jahren, durch viel Arbeit und Liebe zum Detail, das Noblet aus seinem Winterschlaf.

Noblet Tarot

Kartenlegen ohne Hokuspokus

In einem Interview, äußerte sich Flornoy zu diesem Thema.  „Es gibt auch die Idee einer fortschreitenden Verbesserung, bei der Arbeit und geistige Welt untrennbar miteinander verbunden sind. Für einen Handwerker / Künstler wächst die Schönheit der Seele, je mehr Schönes man kreiert. Das Schöne wirkt direkt wie ein Schlag, schafft eine erstaunliche Destabilisierung und öffnet die Türen zum Paradies!“ Und all das ohne Esoterik, sondern nur durch die Macht der Bilder. Jedoch somit auch durch die Macht der Kunst.

 

Tarot ohne Esoterik 1

In diesem Reading, das ich vor einiger Zeit gab, betrachtete ich die Bilder. Ich zog drei Karten und suchte nach der Geschichte. Dabei ging es nicht um die Bedeutung, die den einzelnen Karten zugeschrieben wird. Es ging darum, meine innere Welt in den Bildern der alten Malerkünstler zu spiegeln. Zu schauen, was dabei in mir passiert.

Hört man ein Liebeslied und man hat sich gerade getrennt, nimmt man es anders war, als wenn man gerade frisch verliebt ist. Das Tarot und deren Bilder tragen die Möglichkeit in sich, unser seelisches Innenleben nach außen zu kehren. Es ist ein psychologische Hilfsmittel. Eine neue Methode, mit der etwas über uns lernen können. Sich darauf komplett zu verlassen, wäre fatal.

Die virtuelle Zaubershow

Die virtuelle Zaubershow

Virtuelle Zaubershow – Magie 3.0?

 

Die virtuelle Zaubershow ist angekommen. Und das Angebot ist riesig. Jedoch stellt sich natürlich die Frage, wann die Leute sich sattgesehen haben. In der Weihnachtszeit und selbst noch Anfang des Jahres wurden fleißig virtuelle Shows gebucht. Selbst das Unternehmen BIONTECH buchte mehrfach einen digitalen Magier. Kaum kommt der Februar jedoch, ebben die Auftritte ab. Und der Fokus wechselt von Firmenkunden auf Privatleute.

Das sich Zauberkünstler auf der ganzen Welt plötzlich mit der Welt des streamens auseinandersetzen mussten, geschah beinahe nahtlos. Wie nur wenige Industrien passten wir uns an. Wir kauften Greenscreens, Streamlinks und Streamdecks. Wir richteten Kameras ein, lernten über Beleuchtung und den richtigen Ton. Auch mussten wir uns neue Tricks ausdenken oder alte umwandeln und auf das neue Medium anpassen. Eine Aufgabe, die alles andere als leicht war.

Glücklicherweise herrscht unter Zauberkünstlern ein reger Austausch und guter Zusammenhalt. In Zoomcalls besprach man sich, gab Ratschläge und löste Probleme. Auch veröffentlichten Kollegen eigens erfundene Kunststücke und teilten diese mit uns.

 

Virtuelle Zaubershow am Tablet, PC und Handy

Hat man einmal eine virtuelle Zaubershow geschrieben und einstudiert, liegt es natürlich nah, diese im nächsten Schritt auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Leute wollen unterhalten werden. Seit geraumer Zeit bieten Profizauberkünstler ihre Programme online an. Tickets kosten in der Regel zwischen 15€-80€. Blickt man nach Amerika, entdeckt man sogar Shows, für die 150$ verlangt werden. Im Vorhinein bekommt man bei vielen Programmen eine Box oder einen Brief zugeschickt und kann interaktiv mitwirken. Meist befinden sich darin Pendel, kleine Zaubertricks, Karten und vieles mehr.

Aus der kreativen Perspektive gesehen, ist dieses neue Medium für Zauberkünstler eine interessante Herausforderung. Wie lässt man eine Karte ziehen, ohne dass das Kartenspiel berührt werden kann? Wie zeigt man die Karte, ohne  dass vermutet wird, man blickt heimlich auf den Monitor? Dann sollte das Ganze im Optimalfall unterhaltsam sein, abwechslungsreich und die Zuschauer in den Bann ziehen. Und ja, es geht. Viele Kollegen haben es bewiesen.

Auch ich führe meine Kunst im Internet vor. Immer Montags auf Twitch streame ich mit meinem Freund und TikTok Star Dannero live interaktive Magie. Dabei schauen in der Regel 100 Leute zu. 20 interagieren dabei mit uns beiden in einer Zoom Konferenz. Diese wird dann auf Twitch öffentlich für alle übertragen. Eintritt frei. So probieren wir neue Ideen aus und verlieren den Spaß am Auftreten nicht. Jeder ist herzlich eingeladen, teil zu nehmen. Diese kleinen Shows sind mein wöchentliches Highlight, während wir nicht arbeiten dürfen.

Magie virtuell vs real

Corona wird diese Welt noch lange beschäftigen. Dieses Virus ist lebendig, entwickelt sich weiter, mutiert. Je länger dieser Zustand besteht, desto mehr wandert unser Alltag ins Internet. Es beginnt bei Homeoffice und Homeschooling. Es endet bei Amazon und Netflix. Und genau das sind auch die Konkurrenten der Zaubershows. Die Frage ist also: Kann man mit einer multimillionenschweren Produktion mithalten? Ich bezweifle es. Und wie lange will man das überhaupt?

Trotzdem muss man an dieser Stelle ganz klar sagen, dass Zauberer weltweit wundervolle Shows auf die Beine gestellt haben. Dabei sollte man viele dieser Shows sicher ein mal ansehen, mitmachen und den Alltage vergessen. Immer mit dem Gedanken im Hintergrund, dass es jetzt auch darum geht, den Künstler durch diese schwere Zeit zu unterstützen. Viele sind tatsächlich in dieser Krise schon pleite gegangen. Und viele mehr werden ohne Unterstützung folgen. Und nach der Krise ist dann irgendwann kaum noch wer übrig.

Die sozialen Medien simulieren das Gefühl von Gemeinsamkeit. Genau  wie eine virtuelle Zaubershow ein künstliches Theatererlebnis erschaffen kann. Aber es ist nicht das selbe. Es dauert nicht lang und das Gehirn durchblickt enttäuscht die Illusion. Auch Staunen muss ein live Erlebnis sein. Erzeugt durch Magie direkt vor den eigenen Augen. Ohne Monitor. Pur und echt. Und so geben wir uns mit der digitalen Variante zufrieden, aber können ein echtes Treffen in der wirklichen Welt kaum noch erwarten. Bis dahin sehen wir uns online!