Mythos Kartentrick – Magie mit Spielkarten

Mythos Kartentrick – Magie mit Spielkarten

Kartentrick. Dieses Wort löst zwei große Emotionen aus. Pure Freude oder Langeweile. Für letzteres gibt es meistens einen einfachen Grund. Beinahe jeder von uns musste schon zusehen, wie 4×4 Stapel ausgeteilt und dann langsam eliminiert wurden. Solange, bis dann schließlich die eben noch gezogene Karte erscheint. Dass das aber wenig mit echter Kartenmagie zu tun hat, wissen nur die wenigen Eingeweihten. Darum hier ein kleiner Exkurs in die spannende Welt der Zauberei mit Spielkarten.

 

Mythos Kartentrick - Magie mit Spielkarten 1

Die Bedeutung des Kartentrick in der Magie

Tricks mit Karten aufzuführen gehört zu den schönsten Dingen, die ein Zauberkünstler tun kann. Meistermagier Hofzinser sagte seinerzeit zu diesem Thema folgendes:

„Ich für meine Person behaupte: Karten-Piecen sind die Poesie der Taschenspielerkunst! Ohne Poesie kein Dichter! Ohne Kartenkünste kein Taschenspieler, selbst wenn derselbe hexen könnte. Zwar gestehe ich diese meine Schwäche ein, lieber Freund, aber sehen Sie, eben diese Schwäche hat meinen Ruhm als Kartenkünstler stark gemacht, sowohl in Wien, Berlin, München etc. Und gibt die Karte, basiert auf guter Schule, nicht das beste Zeugnis für staunenerregende Handfertigkeit? Und wird durch diese Handfertigkeit nicht auch so mancher Apparat als Handfertigkeit seinen Glauben finden?“

Besser kann man es wohl nicht ausdrücken.

Spielkarten – das anspruchsvolle Instrument

Bevor ein Kartentrick magisch aufgeführt werden kann, muss das Instrument dafür passen. Ein Musiker beispielsweise benötigt ein perfekt gestimmtes Klavier, auf das er sich verlassen kann. Mit einem Kartenspiel verhält es sich nicht anders. Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass enorme Unterschiede in der Qualität von dessen Papier und selbst der Schnittart bestehen. Gerade in Amerika hat sich die U.S. Playing Card Company verdient darin gemacht, den Goldstandard unter den Kartendecks zu schaffen. Auch wurden in Zusammenarbeit mit dem Kartenkünstler Richard Turner eigens Decks entwickelt.

Die ersten Schritte zum Kartentrick

Die Literatur rund um das Thema Kartricks ist beinahe endlos. Das mit Abstand beste Werk ist Roberto Giobbis „Große Kartenschule“. Jedes der Bücher baut aufeinander auf und man lernt mit jedem Kapitel und Griff einige Effekte. Was mit Griff gemeint ist? Beispielweise eine geheime Bewegung, um eine eben noch gezogene Karte unsichtbar an gewünschte Stelle zu kontrollieren. Keine Abzählmethoden. Sondern echte, geheime Manöver. Und diese brauchen Übung und vor allem die richtige Anleitung.

 

Mit Karten üben – was gibt es Schöneres?

Man kann jeden Zauberkünstler, der sich mit Spielkarten auskennt fragen. Jede dieser Personen liebt es zu üben. (Warum das so ist, kann man HIER nachlesen.) Ständig ein Deck in der Hand zu halten. Und trotzdem weiterhin neue Techniken auszutesten, obwohl die Karten schon zum hundersten Mal auf dem Boden aufgelesen werden mussten. Das großartige ist dabei, dass man ein Kartenspiel jederzeit bei sich haben kann. Ein Universum der magischen Möglichkeiten im Hosentaschen-Format. Entweder übt man konzentriert vor dem Spiegel, oder nebenbei beim Fernsehen. Innerhalb von kürzerster Zeit merken Zauberer, dass ihre Hände ohne Karten leer sind. Für viele hat sich das schon beinahe zu einem Tick entwickelt.

(Auch ich habe in diesem Moment mindestens 30 Decks vor mir, die darauf warten geöffnet zu werden 😉 )

Fazit

Das Thema Kartentricks ist absolut faszinierend. Es gibt Mythen und Legenden, große Meister und kleine Anfänger. Am besten, man kontaktiert seinen örtlichen Zauberzirkel (wer wo zuständig ist findet man HIER) und geht zu Zauberer-Treffen. Lernt Gleichgesinnte kennen. Denn: Ein guter Kartentrick lebt, so wie die Zauberkunst im Allgemeinen, vom direkten Erlebnis. Live und hautnah.

 

 

Corona Krise – Was können freischaffende Künstler tun?

Corona Krise – Was können freischaffende Künstler tun?

Corona Krise – Was kann man als freischaffender Künstler tun

Hilfe zur Zeit des Coronavirus: Soforthilfe, Steuerstundung, Krankenkassenbeiträge senken und Kulturfonds

Corona Krise: Sie hat zur Zeit die ganze Welt im Griff. Kulturschaffende, Solo-Selbstständige und so gut wie jeder Freischaffende spürt die finanziellen Folgen. Firmenveranstaltungen, öffentliche Events und schließlich der gesamte Kulturbetrieb liegen auf Eis. Nun prägen Ausgangsbeschränkungen den Alltag. Was man als freischaffender (Zauber-) Künstler in Notzeiten des Coronavirus aktuell tun kann.

Als Zauberkünstler, sprich Solo-Selbstständiger, trifft mich die Corona Krise aktuell wirklich hart. Vom einen auf den anderen Tag ist mein Geldhahn zugedreht. Es gibt keinen Arbeitgeber, der mir weiterhin mein Gehalt beziehungsweise meine Gage bezahlt. Auch kann ich keine Kurzarbeit anmelden. Jedoch gibt es mehrere Möglichkeiten, die mir als Künstler in dieser schweren Zeit angeboten werden.

Corona Krise - Was können freischaffende Künstler tun? 2

Corona-Schutzschild durch die Bundesregierung

++ Stand 25.03.2020 ++

Um kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, hat die Bundesregierung hat Paket in Höhe von 50 Mrd. Euro geschnürt. Auch werden die Regeln zum Thema Insolvenz abgeändert, so dass man bei Schwierigkeiten vorerst keine anmeldem muss. Mehr Informationen und Formulare finden Sie direkt auf der Seite des Ministeriums.

 

Soforthilfe für Selbstständige und Kulturschaffende durch Bundesländer

++ Stand 25.03.2020 ++

Aktuell bieten die Bundesländer finanzielle Soforthilfen an. Diese Hilfsprogramme sehen in den meisten Fällen direkte Zuschüsse vor, welche auch nicht zurückgezahlt werden müssen. Somit soll so unbürokratisch wie möglich in einem ersten Schritt geholfen werden.

Diese Bundesländer bieten Soforthilfe an. Klicken Sie einfach auf Ihr entsprechendes Bundesland, um zu den entsprechenden Formularen und Informationen zu kommen.

 

In der Corona-Krise die Krankenversicherung anpassen

Für alle Solo-Selbstständigen, die bei der Künstlersozialkasse versichert sind, gilt folgender Tipp. Passen Sie Ihr geschätztes Jahreseinkommen an. Somit ändern sich auch die Beitragszahlungen. Natürlich zahlen Sie dadurch auch weniger in Ihre Rente ein, aber es ist ja nur eine vorübergehende Maßnahme. Sobald sich die Lage normalisiert hat, sind Sie verpflichtet eine neue Schätzung zu senden. Sie finden weitere Informationen und entsprechende Formulare zum Umgang mit dem Coronavirus auf der Seite der KSK unter folgendem LINK.

Kulturfonds in der Corona-Pandemie durch Serdar Somuncu

++ Stand 25.03.20 ++

Der Kabarettist, Schauspieler, Autor und Musiker Serdar Somuncu startete vor wenigen Tagen einen Kulturfonds speziell für Künstler. Dieser richtet sich vor allem an Kulturschaffende, die auf Grund abgesagter Bühnenauftritte keine Einnahmen mehr haben. Man sich HIER bewerben und HIER anonym spenden. Stand jetzt ging eine Summe von 10.641,77 EUR ein.

Hier ein großartiger Podcast meiner Kollegen, die Zaubertrixxer, zum aktuellen Thema.
Stadt Stampara – Münchner und Corona

Stadt Stampara – Münchner und Corona

Seit der Stampara 15 Jahre alt ist, zieht es ihn raus. Er liebt es, durch München zu strawenzeln. Bei jedem Wohnungswechsel, sieben sind es bis jetzt, entdeckt er die Stadt neu. Am liebsten abends. Im Sommer. Wenn das Nachtleben so langsam beginnt. Als Künstler war er schon immer Teil davon. Während andere ihren Feierabend starten, macht er sich auf den Weg zur „Arbeit“. Warum er „Arbeit“ in Anführungszeichen setzt? Weil es für ihn meistens keine wirkliche Arbeit ist. Sondern Spiel. Bezahltes Spiel. Aktuell ist Ostern. Seit einigen Wochen sieht die Welt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes anders aus.

 

Frühling 2020. Die Natur wacht auf. Das Münchner Stadtleben schläft ein. Corona. Wie lange? Das weiss niemand. Auch nicht Drosten. Na gut, ein wirklich tiefer Schlaf ist es nicht. Eher ein Dösen. Der Englische Garten ist voller kleiner Grüppchen, die von der Polizei aufgebrochen werden. Werden sollen und auch müssen. Im Luitpoldpark, an der Isar, beinahe überall sind die Leute gemeinsam einsam. Die Münchner wollen nunmal raus. Lagerkoller. Aber selbst die, die Mundschutzmasken tragen, drängen sich streifend an einem vorbei. Um noch die letzte Packung Nudeln oder Klorollen zu greifen. Ein falsches Gefühl von Sicherheit lässt sie kühn und zum hortenden Nagetier werden.

 

Auch merkt man jetzt, wie sehr man die Möglichkeit vermisst, in die Wirtschaft, Bar oder ein Restaurant zu gehen. Kino, Theater, selbst Minigolf, alles ist abgeriegelt. Dabei geht es nicht immer darum, diese Dinge auch zu tun. Es geht darum sie tun zu können. Der Münchner verliert seine Freiheit. Und das passt ihm gar nicht. An den Flaucher wird man doch wohl noch dürfen. Mit der U3. Oder dem Auto. Kleine Runde Grillen, ein paar Augustiner. Oder Giesinger und dann doch eh wieder Heim. Was soll das schaden?

 

Ja, was soll das schaden. Vielleicht gar nichts. Vielleicht kostet es aber auch einen Menschen das Leben. Einen Menschen, der alleine in Isolation in einem Krankenhaus liegt. Ein Leben, das im schlimmsten Fall innerhalb weniger Tage endet. Wegen einer halb verkohlten Bratwurst und einem lauwarmen Hellen im Freien.

 

Falsche Einstellung. Nicht jetzt. Nicht zu diesem Zeitpunkt. Ob nach Ostern wie durch ein Wunder die Normalität wieder aufersteht? Wohl kaum. Des ziagt si no. Oba mia ham ja Netflix.

 

Tischzauberei – Das große Geheimnis

Tischzauberei – Das große Geheimnis

Tischzauberei – Echte Arbeit, echte Interaktion

Die Tischzauberei ist bei Neulingen eher unbeliebt. Wer mal von der Zauberei leben möchte, will -so scheint es- gleich auf die Bühne. Hunderte Leute sehen einen. Applaudieren. Von Tisch zu Tisch gehen, immer wieder kleine Gruppen ansprechen und begeistern, wirkt dagegen wie harte Arbeit. Und das stimmt auch. Aber nirgends hat man als Zauberer mehr Möglichkeiten, neues Material zu testen und es zu perfektionieren. Wie ich schon oft geschrieben habe, trete ich seit gesamt mehr als sechs Jahren regelmäßig in verschiedenen Restaurants in München auf. Dadurch kann ich mich jetzt auf ein Repertoire verlassen welches ständig wächst, aber auch sogenannte „Worker“ beinhaltet. Das sind Routinen, die immer funktionieren. Egal wie die Ausgangslage wirkt. Jeder Profi hat ein Set mit solchen Effekten. Garantiert.

Tischzauberei - Das große Geheimnis 3

Das große Geheimnis…

Die besten Zauberkünstler haben alle eine Sache begriffen, die sie vom Gros anderer Kollegen unterscheidet. Soziale Kompetenz, neudeutsch „social skills“. Das ist das große Geheimnis. Wirklich. Es gibt erfolgreiche Zauberer, die gänzlich unbekannt sind, aber genug Jobs haben, um davon leben zu können. Warum? Ganz einfach. Diese Menschen verstehen es zu networken. Sie verstehen, dass es wichtig ist, auf der persönlichen Ebene zu punkten. Als Beispiel: Zu oft erlebe ich, dass Magier sich bei einer Vorführung nicht ein mal den Namen des Zuschauers merken. Online gibt es ein Video, und ich werde es hier nicht posten, bei dem eine Münzroutine zu sehen ist. Der Zauberer spult dabei diese Routine nur ab, blickt in die Ferne. Ist nicht anwesend im Hier und Jetzt. Absolut furchtbar! Das Thema social skills wird uns in diesem Blog sicher noch einige Zeit begleiten. Es ist nunmal wahnsinnig komplex. Da ich jedoch schon mal ein paar Ideen mit euch teilen möchte, um eure Aufritte schlagartig zu verbessern:

Meine kleine Top 5 der Dinge, die Tischzauberer beachten müssen:

  1. Merkt euch die Namen eurer Zuschauer, nehmt euch dafür Zeit
  2. Haltet Blickkontakt mit allen (das Buch „Tamariz – Five Points in Magic“ unbedingt ansehen!)
  3. Stellt euch richtig vor, schüttelt Hände, fragt nach woher sich alle kennen
  4. Lasst Witze zu, lacht mit und nehmt sie vielleicht sogar in euer Programm mit auf
  5. Zaubert nicht, sondern kommuniziert

Was diese einzelnen Punkte im Detail bedeuten, werden wir uns die nächsten Wochen und Monaten genauer ansehen.