Wie wird man professioneller Zauberkünstler?

Wie wird man professioneller Zauberkünstler?

Das Ziel: Professioneller Zauberkünstler werden

Das ich einmal Zauberkünstler werden sollte war mir lange nicht klar. Ich fand die Zauberei langweilig, kannte sie nur aus dem Fernsehen. Männer die Frauen im Apparate stecken und zerlegen. Bis ich David Blaine entdeckte. Ich war gerade 18 Jahre alt und leistete meinen Zivildienst, als ich ein sein erstes Street Magic Special im Internet entdeckte. Was Blaine zeigte war Close-up Magie. Keine Boxen, keine Tänzerinnen, kein Kitsch. Da ich im „Zivi“ Zeit hatte, galt meine volle Aufmerksamkeit ab diesem Moment dieser Form der Magie.

Street Magic

Manche Firmen erkannten den neuen Trend Magie vorzuführen und verkauften Lehrvideos. Dass aber an dieser Art der Vorführung wenig Neues war, wusste jeder innerhalb der Magierszene.

Von diesem Video lernte ich jedoch meinen allerersten Kartentrick. Bei diesem Effekt fand der Zuschauer selbst die vier Asse. Kaum gelernt, führte ich ihn meinen Freunden vor und erlebt zum allerersten Mal diese Reaktion von der Zauberer immer reden. Kindliches Staunen. Lachen. Wundern. Kurz darauf kaufte ich mir mehr Material aus Zaubershops.

Die Zaubershops

Jeder professioneller Zauberkünstler wird es bestätigen können: Zaubern geht ziemlich ins Geld. Man verbraucht Unmengen an Kartenspielen, benötigt Lehrbücher, besucht Seminare und zahlt ggf. auch Mitgliedsgebühren beim ortsansässigen Zauberzirkel. Kurzum: Ich musste Geld verdienen. Also beschloss ich Fotos zu machen und mir eine Homepage bauen zu lassen. Mein Zivildienst hatte zu dieser Zeit bereits ein Ende gefunden. Ich saß daheim und wartete auf Anrufe. Oder zumindest eine Email. Ich wartete lang. Sehr lang. In der Zwischenzeit hatte ich einen Nebenjob im Kartenverkauf der Bayerischen Staatstheatern gefunden. Dort arbeitete gleichzeitig witzigerweise ein Kollege, mit dem ich Jahre später zusammen auftreten würde. Ich wusste nicht, dass er auch zauberte.

Mit nur einem einzigen Auftritt der mehr schlecht als recht lief, musste ich etwas unternehmen. Also schrieb ich alle möglichen Restaurants und Bars in München an. Ich hatte Christian Knudsens CD zum Thema Restaurantmagie gehört und war motiviert. Jedoch bekam ich nirgends Rückmeldung. Nirgends. Das heisst, das stimmt nicht ganz. Eine Email erreichte mich. Sie entstammte dem NEKTAR. Dort trat ich vier ganze Jahre lang auf und lernte, meine Nummern unter allen erdenklichen Bedingungen. Als das NEKTAR den Geschäftsführer wechselte, mussten wir Künstler unser geliebtes Erlebnisrestaurant zurücklassen.

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Sie wollen auch professioneller Zauberkünstler werden?

Ein guter Freund von mir meint immer: Der Weg zum Profizauberer ist ein Nummerspiel. Wenn du lang genug dabei bist, dann wird es schon klappen. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass man zusätzlich auch gewisse Voraussetzung in sich tragen sollte. Talent, Fleiß, Spaß am Üben und etwas Geschäftssinn. Diese Punkte sind jedoch keine Garantie, dass man Erfolg haben wird. So geht es wohl allen Selbstständigen.

Dranbleiben

Ich blieb also dran, trat weiterhin auf. Bei einer Firmenfeier landete ich dann schießlich in dem Laden, der seit über drei Jahren mein wöchentliches zu Hause ist. Dem HERZOG. Jede Woche zeige ich dort neue Effekte, treffe Leute, kommuniziere, networke und verblüffe. Mit jedem Auftritt gewinne ich neue Kunden mit hinzu. Aktuell, wir haben Januar, stehen bereits viele neue Projekte an, die durch meine Auftritte in diesem Restaurant angekurbelt wurden. Also, dranbleiben, nicht aufgeben. Der Weg ist nicht leicht und keiner gibt einem genau diesen vor. Professioneller Zauberkünstler sein ist ein großartiger Beruf. Allen, die nach mir kommen: Viel Glück!

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Warum brauchen wir die Zauberkunst

Warum brauchen wir die Zauberkunst

Warum brauchen wir die Zauberkunst?

Die Zauberkunst erfährt gerade eine Renaissance. Zauberkünstler sind weltweit in Talkshows, auf Bühnen, in Bars oder sogar im Radio zu erleben. Vorbei sind die Tage von Zylinder und Umhang. Die Magie ist modern geworden. Endlich. Warum jedoch funktionieren Zaubertricks noch heute? Und dass in einer Zeit, in der Informationen doch so schnell zur Verfügung stehen? Oft denken Zuschauer, dass die Antwort auf Trickmethoden im auf YouTube gefunden werden kann. Aber es gibt unter Zauberern einen schönen Satz: Die besten Geheimnisse versteckt man in Büchern.

Leute kennen auf ein mal Shin Lim, Eric Chien oder die Show Fool us. Die Zauberkunst gefällt auch im aufgeklärten 21. Jahrhundert. Sendunge wie America’s Got Talent bringen neue magische Stars hervor. Das Publikum stimmt ab und ist sich einig. Magie ist nicht mehr den Nerds in den Kellern ihrer Eltern vorbehalten. Sie ist im Trend.  Woran liegt das?

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Zauberkunst lässt Staunen

Die Wahrheit ist, dass Staunen ein Urzustand der Menschen ist. Wir lieben es zu Staunen. Kleine Kinder tun es ständig. Da Magie Staunen erzeugt, denken viele, dass die Zauberei nur für Kleinkinder sei. Was für ein Unsinn. Die Zauberei versetzt uns zurück in diesen wundervollen Zustand, etwas nicht erklären zu können. Nicht ein mal Google hilft. Wir verstehen plötzlich, das doch alles möglich ist. Oder zumindest scheint es so.

Jedoch gibt es Menschen die Angst haben, wenn sie etwas nicht verstehen können. Sie werten darum die Zauberkunst als etwas Unnötiges ab. Sie erleben Kontrollverlust. Und das macht ihnen Angst. Dabei ist genau diese Angst das eigentlich kindische. Statt etwas zu konfrontieren, wird es niedergemacht. Schwach.

Denn wir brauchen Wunder und Illusion. Darum gehen wir gerne ins Kino oder Theater. Darum lesen wir Bücher und hören Geschichten. Jeder weiss, dass die Figuren „nur“ erfunden sind, aber trotzdem fühlen wir mit. Lassen uns in den Geschichten fallen. Und wenn wir Glück haben, lernen wir etwas aus den Geschichten, die wir sehen und hören. Wir weinen bei Liebesliedern und zittern bei Horrorfilmen. Wir träumen bei Zaubershows. Wäre das Leben ohne die Zauberkunst nicht um einiges langweiliger?

Podcast #7 – Dani DaOrtiz

Podcast #7 – Dani DaOrtiz

Dani DaOrtiz in München – ein kleiner Seminarbericht

Dani DaOrtiz ist ein Zauberkünstler, den man innerhalb der Szene nicht vorstellen braucht. Als Schüler des großen Juan Tamariz versteht Dani es wie kaum ein anderer, die Techniken der Kartenmagie so perfekt psychologisch zu verstecken. Und wie gut er wirklich ist, sollten die Teilnehmer und Zuschauer von Seminar/Show am 07. September 2019 selbst erleben.

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Die Spanische Schule

Kaum betrat Dani den Raum brach dieser in sofortigen Applaus aus und die Stimmung schoss von Null auf Hundert. Einen ausführlichen Bericht kann man in der neuen „Magie“ lesen. Aber so viel sei verraten: Ständig wurden Kartendecks von den Zuschauern ausgeliehen. In ganzen vier geliehenen Spielen fand sich eine und die selbe umgedrehte Karte. Obwohl jeder der festen Überzeugung war, dass Dani DaOrtiz die Kartenspiele nicht bzw. kaum berührte. Man hatte das Gefühl, dass die Magie einfach so geschah. Ohne Zutun des Magiers. Die Spanische Schule eben.

Chaos als Methode

Von zerissenen Karten zu Any Card at Any Number – jeder Trick bekam den DaOrtiz Touch und wurde somit noch unmöglicher. Auffällig war dabei das scheinbare Chaos, welches insgeheim geplant und perfekt inszeniert war. Dieses Chaos, das jede Form von Methode und Tricktechnik verstecken konnte. Man wusste es wirklich zu schätzen was Dani bei seinen Tricks alles bedachte, als er das WIE und WARUM erklärte. Man sieht eindeutig Tamariz‘ Handschrift.

Mein persönliches Highlight

In der Hotelbar ging es im Anschluss an das Seminar für einige wenige noch weiter. Nachdem ich zusammen mit einem guten Freund Nurmagomedows Sieg ansah, gesellten wir uns noch zum Rest. In diesen ca. 2h zeigte Dani DaOrtiz warum er eine lebende Legende unter Kartenkünstlern ist. Ich möchte über keinen einzigen Trick reden, den ich in der Lobby des Hotels noch erleben durfte. Nur eins möchte ich sagen: Ich hoffe, er veröffentlicht noch einiges an Material. Dieser Mann hat mehr als ein Ass im Ärmel.

 

Auch einen ganz lieben Gruß an dieser Stelle an meine alten und an diesem Tag neu gewonnenen Freunde. Bis zum nächsten Seminar.

Achja, und wer von Kartentricks nicht genug kriegt, der klickt einfach mal HIER

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Lecture, show and some more magic in the hotel bar until late at night. Thank you Dani

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Podcast #6 – Neue Kartentricks finden

Podcast #6 – Neue Kartentricks finden

Kartentricks

Kartentricks sind die Poesie der Magie. Das sagte zumindest der Zauberer Hofzinser. Und tatsächlich beherrschen auch die meisten Laien den einen oder anderen. Wenn ich nur jedes Mal einen Euro bekommen würde, wenn bei einem Auftritt jemand selbst einen zum Besten geben will 😉 Wenn man bedenkt, dass es Kartentricks wie Sand am Meer gibt wirkt es auf den ersten Blick verrückt, dass Privatleute immer die selben zwei, drei Tricks kennen. Dafür gibt es jedoch einen guten Grund. Kartentricks sind schwer. Man muss üben. Richtig viel, täglich, ständig. Wie ein Pianist müssen Kunststücke einstudiert und Kartengriffe geübt werden. In der Bar mit Restaurant in dem wöchentlich auftrete gibt es viele Stammkunden. Was auch bedeutet, dass die meisten meine Tricks schon ein mal gesehen haben. Also muss neues Material her. Aber wo findet man so etwas.

Hier der großartige Derren Brown mit einem Kartentrick, der auf einem Klassiker basiert:

Bücher vs DVDs

Es gibt Zauberer (Profis und Amateure), die würden Bücher noch nicht mal für Geld anfassen. Sie lernen ausschließlich von DVDs, manchmal sogar noch immer von uralten VHS Kassetten. Betamax eher nicht 🙂 Traurig. Denn Betamax war… nein… Bücher sind die absolut beste Quelle um sich wirklich mit der Zauberkunst zu beschäftigen. Es gibt einen Spruch, der lautet: Möchtest du ein gutes (Trick-)Geheimnis für dich bewahren, dann verstecke es in einem Buch. Wahrscheinlich hat es aber auch mit dem Zeitgeist zu tun. Statt darauf zu warten, dass etwas im Fernsehen kommt streamen wir on demand. Wir warten nicht auf den Postboten, sondern bestellen per Express Lieferung für den selben Tag. Wir überlegen uns nicht, wie ein in einem Buch beschriebener Trick aussehen könnte (die eigene Phantasie entwickelt oft ganz neue Methoden), sondern wir lassen es uns in kleinen Häppchen vorkauen. 

DVDs haben seine absolute Berechtigung und ich denke, dass die Mischung aus beiden Medien optimal ist. Aber Bücher bleiben die Nummer 1. Es gibt unzählige Bücher über Kartentricks. Die Aufgabe eines Zauberer liegt oft darin, sich mit einem dicken Wälzer (Cardially Yours von Marlo zum Beispiel) hinzusetzen und alte neue Kartentricks zu entdecken. Das ist zwar zeitaufwändig, macht aber auch eine Menge Spaß. Eine solche Entdeckung dann irgendwann in sein Programm mit einzubauen und Leute zu unterhalten gehört zu den erfüllendsten Seiten der Zauberkunst. Also, lest!