Podcast #1 – Servus
PODCAST #1 – Servus
Vor einiger Zeit hatte ich mich dazu entschlossen einen Podcast zu starten. Hier mein digitales Tagebuch zum reinhören.
Vor einiger Zeit hatte ich mich dazu entschlossen einen Podcast zu starten. Hier mein digitales Tagebuch zum reinhören.
Als Tischzauberer zu arbeiten. Davon träumte ich, als ich vor 15 Jahren mit der Magie begann. Viele Ratgeber in der Literatur der Zauberer und Zauberkünstler schlagen genau das vor. Suche dir ein Restaurant und tritt regelmäßig auf. So bildet man ein Netzwerk an potentiellen Kunden. So macht man Werbung indem man ständig sichtbar ist. Und etwas Geld und somit auch ein regelmäßiges Einkommen zu haben ist als Freiberufler ja auch nicht falsch.
Es ist lang her. Wirklich lang. „Die Blaue Donau“ in der Münchner Elisabethstraße war der erste Ort, an dem ich auf die Gäste losgelassen wurde. (Der Laden ist bereits seit einigen Jahren dauerhaft geschlossen. Ich hoffe es lag nicht an meinem Vergangenheits-Ich 🙂 ) Ich hatte eine Großoffensive gestartet und einfach eine Menge Restaurants angeschrieben. Die Bitte: Ein festes Engagement als Tischzauberer samt gratis Testabend. „Die Blaue Donau“ stimmte zu und stellte mich als „Geschenk des Hauses“ vor. Es war ein furchtbarer Abend. Ich hatte keinen blassen Schimmer wie man an einen Tisch herantritt. Geschweige denn welche Zaubertricks überhaupt dafür geeignet waren. Deprimiert ging ich wieder nach Hause und merkte, ich musste doch mal ganz genau über meine Lebensentscheidung – ein Zauberer zu werden – nachdenken.
Der Ort: Die SkyLounge in München
Die Firma: Ein großes Immobilienunternehmen
Die Showacts: Eine DJane, die Tochter eines wirklich prominenten Musikproduzenten ist und Tischzauberer OSMAN
Ich packte meine schwarze Ledertasche mit einigen Kartenspielen und anderen Hilfsmitteln, setzte mich in den Bus und fuhr los. Mein Anzug von BOSS saß genauso schlecht wie meine Frisur. Je näher ich der Location kam, desto nervöser wurde ich. Ich stieg aus dem Bus aus, und näherte mich der SkyLounge. Mit einem Aufzug und Sicherheitsdienst wurde ich nach oben gebracht. Die DJane begrüßte mich in der Künstlergarderobe wahnsinnig freundlich und meinte „easy heute“.
„Das Geheimnis der besten Tischzauberer: Kommunikation, Interesse am Gegenüber und Empathie.“
Es ist unumgänglich. Wenn du Wege betrittst, die nur wenige gehen, dann trittst du eben oft daneben. Nur selten erkennt man ganz kurz die Fußstapfen eines anderen.
Ich hatte mich in der Zwischenzeit auf meine Bühnenshow konzentriert. Im NEKTAR in München fand ich mein Zuhause, trat mehrere Male im Monat auf und lernte jedes Mal etwas Neues dazu. Zwischendurch hatte ich Walkaround Engagements, erweiterte mein Repertoire und übte täglich. Das NEKTAR war ein absoluter Glückstreffer. Ich hatte 200 Restaurants angeschrieben, nur eines hatte sich gemeldet. Und zwar das, welches am besten für Künstler geeignet war. Nach vier Jahren war dort jedoch Schluss, es gab einen Wechsel des Besitzers.
Ich wusste nun, dass meine Bühnennummern saßen. Ein paar gute Kollegen (jetzt Freunde) halfen mir damals, an meinen Texten zu feilen. Meine Körpersprache zu korrigieren und bei alle dem den starken magischen Effekte nicht aus den Augen zu verlieren. Aber die Bühne war nur die halbe Miete für mich…
Als ich dann in Folge einer Firmenfeier vom Geschäftsführer des HERZOG München angesprochen wurde, um dort wöchentlich die Gäste zu unterhalten, hätte das Timing nicht besser sein können. Seit April 2017 kann man mich dort immer Mittwochs erleben, ständig habe ich neue Effekte dabei, arbeite an Ideen und somit sehen auch Stammgäste keinen Trick zwei Mal.
Die große Welt des Theaters. Nirgends werden Geschichten intensiver erzählt. Die Magie liegt vor allem darin, dass man gemeinsam einsam lacht, staunt und fühlt. In einem verdunkelten Raum mit hunderten anderen.
München ist in Sachen Zaubertheater schon lange vorreiter. Darum hier ein kleiner, aber feiner Überblick. Einen ausfühlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.
++ KLICKEN SIE HIER FÜR DIE LISTE ALLER MÜNCHNER ZAUBERTHEATER ++
Die Theater in München lieben die Zauberkunst. Das hat einen guten Grund: Sie ist kommerziell, generationsübergreifend und beinahe der Inbegriff von Variéte. Neben meinen wöchentlichen öffentlichen Engagements im HERZOG in München, gibt es viele weitere Möglichkeiten, Magie zu bestaunen. Als ich vor über 15 Jahren mit der Zauberkunst begann, gab es nur ein Theater mit regelmäßiger Zaubershow. Jörg Maurers Unterton war an jedem ersten Montag im Monat die Heimat des „Magic Monday“. Dort lernte ich Gleichgesinnte kennen und sah zum ersten Mal Profizauberer live in Aktion. Auch durfte ich auf dieser Bühne meine ersten Schritte vor einem zahlenden Publikum machen. Es gab eine sogenannte „Newcomer Night“. Irgendwann wurde aus dem „Unterton“ in der Kurfürstenstraße dann das „… und sofort“. Leider musste es 2017 auf Grund eines Wasserschadens schließen. Der „Magic Monday“ zog um und findet nun in der „Drehleiher“ statt.
Markus Laymann, René Frotscher und Mario Schulte bringen die Magie zurück nach Schwabing. Sie sind die Gründer des Munich Magic Slam. In einer Art Wettkampf bekommen auch Neueinsteiger die Möglichkeit sich zu messen. Jeder Zauberkünstler führt eine ca. 10 minütige Nummer vor und die Zuschauer dürfen hinterher einen Gewinner küren. Dabei geht es aber natürlich mehr um Spaß als um Wettbewerb.
Das Heppel und Ettlich hat Platz für ca. 85 Gäste und liegt direkt über dem legendären Drugstore in der Feilitzschstraße. Es liegt somit in prominenter Nachbarschaft. Das Lustspielhaus als auch das Vereinsheim sind nicht weiter entfernt.
Wie könnte ich dieses Theater nicht erwähnen… Was Alexander Krist und Christian Münch hier auf die Beine gestellt haben, ist absolut unglaublich. Der Weg war nicht immer leicht. Das erste Zaubertheater lag noch in einer kleinen Passage Nahe der Münchner Fußgängerzone. Als dann der Umzug in den Anger Palais vollbracht war, starteten die beiden so richtig durch.
Betritt man das Gebäude sieht man sofort, dass hier einfach alles stimmt. Das Interieur, die Stimmung, die Bühnen, es gibt einfach keine schönere Location für Magie.
Es gibt zwar auch eine reguläre Bühne für größere Showeffekte, das Highlight schlechthin ist jedoch das weltweit einzigartige „Table Magic Theater“. Ich weiss ich schwärme. Aber zu Recht.
Zu den wohl schönsten Veranstaltungen für uns Zauberkünstler gehört zweifellos die Hochzeit. Die Gäste sind da um Spaß zu haben, erwarten freudig Unterhaltung und sind bester Laune. Aber auch bei einer durchgeplanten Feier kann es zu Leerläufen kommen. Gerade wenn Braut und Bräutigam dabei sind Fotos zu schießen, sitzen die Geladenen oft bereits in der Hochzeitslocation und warten. Für mich ist das der geeignete Moment, um die Stimmung oben zu halten und den Moment, bis das Brautpaar wieder kommt, zu überbrücken.
Um diesen Tag zu etwas ganz besonderem zu machen, sollte man die Wichtigkeit einer guten Location nicht unterschätzen. Eine zweckentfremdete Turnhalle lässt trotz Deko einfach keine dem Anlass entsprechende Stimmung aufkommen. Natürlich lässt nicht jeder Geldbeutel ein altes Festspielhaus oder Edelrestaurant zu, trotzdem sollte man für diesen Posten etwas mehr Budget einplanen. Das selbe gilt auch für den Showact. Mir haben Paare schon von „Künstlern“ erzählt, die nicht ein mal wussten, wie Braut und Bräutigam überhaupt heissen. Oder auch kein Gefühl für die richtige Länge einer Vorführung hatten. Wichtig ist nämlich immer: Es geht natürlich primär um das Brautpaar, der Künstler unterstützt nur diesen besonderen Tag und hilft, die Feier unvergesslich zu machen.
Ein Profi passt sein Repertoire natürlich der entsprechenden Veranstaltung an. Magische Effekte mit Ringen (diese verketten sich zum Beispiel), Kartentricks mit Übereinstimmungen, etc. lassen das Thema im Vordergrund stehen. Was ich selbst gerne mache ist, dass ich während meines Einsatzes Kartentricks vorführe, bei denen die Gäste auf den Spielkarten unterschreiben. Am Ende schenke ich dann dieses Kartendeck dem Brautpaar als schöne Erinnerung und kleines Souvenir.
Warum also nicht ein mal etwas anderes auf Ihrer Feier anbieten. Meine jahrelange Erfahrung und unzählige Engagements in den verschiedesten Locations ermöglichen mir, mit Leichtigkeit und Flexibiltät auch zu Ihrem besonderen Tag beizutragen. Melden Sie sich doch einfach und ich sende Ihnen ein unverbindliches Angebot. Würde mich freuen 🙂
Wer kennt diesen Riesen der Maschinenbau-Branche nicht: KraussMaffei. Ursprünglich 1838 in München als Lokomotivfabrik gegründet, dann von Krauß&Comp. übernommen, begann in den folgenden Jahrzehnten die Erfolgsgeschichte.
Aber auch ein großes Unternehmen weiss, dass man den Mitarbeitern am Jahresende etwas Gutes tun darf. Somit fiel in diesem Jahr die Wahl des Unterhaltungsprogramms bei der Weihnachtsfeier des Unternehmens auf einen Zauberer. Und zwar auf mich. Die Weihnachtsfeier fand in der altehrwürdigen firmeneigenen Kantine (ein Understatement – ein Saal trifft es eher) statt, damit die über 1000 Gäste auch Platz fanden. Als ich vor Ort eintraf, entdeckte ich sofort die große Traube an Menschen, die noch darauf warteten, den Saal betreten zu dürfen. Durch einen Seiteneingang wurde ich freundlich empfangen, kurz gebrieft und konnte mir einen Überblick meines neuen Arbeitsplatzes für die nächsten Stunden verschaffen. Und schon öffneten sich die Türen und die Gäste der Feier strömten hinein.
Das Schöne an Veranstaltungen zur Weihnachtszeit ist, dass man als Künstler zum gelungenen Abschluss des Jahresendes beitragen darf. Oftmals sind die Leute entspannter, gut gelaunt und freuen sich auf die Feiertage. Darum möchte ich mich an dieser Stelle erneut bei allen Gästen, Mitarbeitern und Organisatoren dieses Abends bedanken. Ich freue mich, auf ein erneutes Engagement und ein Wiedersehen.
p.s.: Für mich ging es direkt im Anschluss zu einer weiteren Veranstaltung. Wie gesagt, die Weihnachtszeit eben… 🙂
Als 2008 auf Pro7 die Show „The Next Uri Geller“ (auch ich war als Berater im Hintergrund beteiligt) ausgestrahlt wurde, schwappte eine riesige Welle an Büchern, Motivation-Talks und sonstigen Speaker-Vorträgen über Deutschland, Österreich und Schweiz hinweg. Ein jeder Mentalist entdeckte, dass eine Menge Geld in diesen Bereichen zu machen war. Denn wer würde nicht selber gerne Gedanken lesen und beeinflussen können. Und genau mit diesem Aufhänger verkaufen sich bis heute sämtliche mentalen Performer.
Daran ist im Grunde auch nichts verkehrt. Schwierig wird es erst, wenn man sich ansieht, was bei diesen Seminaren oder Talks genau erklärt wird. Oftmals stecken hinter den Techniken „einfach nur“ Zaubertricks. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist für einen Laien – selbst Experten lassen sich regelmäßig täuschen – so gut wie unmöglich. Es existiert aber tatsächlich eine Methode, die beinahe übersinnlich wirkt.
Zugeben, der Seitentitel ist etwas reißerisch. Aber ich wette, er hat Sie neugierig gemacht. Wie gut Mentalisten nun wirklich Körpersprache lesen oder auf die eigene Intuition hören können sei ein mal dahingestellt. Auch gibt es unzählige geheime Methoden, die ich einfach nicht verraten kann. Um Ihnen jedoch trotzdem einen Einblick in die komplexe Welt der Mentalisten geben zu können, zeige ich Ihnen ein bekanntes Phänomen, mit dem Sie tatsächlich in der Lage sind, Gedachtes sichtbar zu machen. Klingt verrückt, ist aber zu 100% wahr.
Vielleicht kennen Sie ja das Geisterbrett, Gläserrücken, Wünschelruten oder auch Pendeln. Ein Mentalist macht sich den Ursprung dieser Phänomene zum Nutzen.
Um einen Gedanken sichtbar zu machen und damit Sie mir leichter folgen können, probieren Sie doch ein mal Folgendes aus:
Binden Sie an eine ca. 30cm lange Schnur ein Gewicht (z.B. eine Schraubenmutter oder einen Schlüssel) und halten Sie die Schnur am anderen Ende. Ihnen ist sicher aufgefallen, dass Sie gerade ein improvisiertes Pendel gebastelt haben. Stützen Sie Ihren Ellenbogen an einem Tisch ab, bewegen Sie Ihre Hand dabei jedoch nicht. Halten Sie diese völlig still und konzentrieren Sie sich nur auf das Gewicht am Ende der Schnur.
Was Sie gerade erlebt haben, ist das selbe Phänomen, das auch Geisterbretter (Ouija) antworten lässt.
Um es simpel herunter zu brechen: Der sogenannte „Ideomotorische Effekt“ zeigt, dass Gedanken sich in kleinen unterbewussten Muskelbewegungen manifestieren können. Ganz nach der „Goldenen Regel der Mechanik“ macht beispielsweise ein Medium wie das Pendel diese Bewegungen sichtbar. Mentalisten nennen diese Methode „Muskellesen“. Hier ein weiteres simples Experiment, dass Sie versuchen können, um das Potential von Muskellesen selbst zu erleben:
Es ist vielleicht nicht immer alles wahr, was Mentalisten auf der Bühne erzählen, aber wir besitzen Techniken und Methoden, die weitaus komplexer sind, als man sich das oft vorstellen mag.
p.s.: Für die, die es interessiert – Der Urvater des Muskellesens hieß Washington Irving Bishop, geboren 1856. Was er alles anstellen konnte und auf welch grausame Art und Weise er sein Leben verlor, kann man HIER nachlesen.
Hier kommen wir an einen Punkt, an dem ich Trickverrat begehen müsste. Das kann ich nicht. Viele Kollegen und auch ich leben davon, eine Illusion zu erzeugen. Die Tricktechniken dafür, haben wir uns über Jahre antrainert. Nur so viel sei verraten: Die Methoden sind nicht alle psychologische, sondern oft mit Fingerfertigkeit verbunden. Wer wirklich die Antwort finden will, wird es auch tun. Dafür braucht es Zeit, Geduld und eine Menge Arbeit.
Es wäre leicht öberflächlich ein Trickgeheimnis anzuschneiden, einfach nur um den Wissensdurst der Leser zu stillen. Aber das würde der Sache nicht gerecht werden. Mein Tipp: Loslassen, Illusionen geschehen und sich von Profis verzaubern lassen. Wenn man jemanden sieht, der etwas sehr gut beherrscht, will man das auch können. Die jahrelange Aufbauphase bleibt jedoch verborgen. Genau wie bei einem Musiker, der alleine übt und immer und immer wieder das gleiche Stück spielt. Musik macht man eben nicht nur, in dem man Tasten drückt. Es gehört mehr dazu. Und bei Mentalisten verhält es sich nicht anders.
Vier Jahre lang konnte man mich wöchentlich in einem von Münchens aufregendsten Etablissements als Mentalist erleben. Ein Engagement, welches in dieser Form absolut einzigartig war. In über 200 Auftritten zeigte ich Phänomene wie Hellsichtigkeit, Gedankenlesen, Telepathie und mentales Metallverbiegen (siehe Foto). Ich bekam die Möglichkeit tausende Leute zu begeistern und an meinen Fähigkeiten zu arbeiten, dass diese so verlässlich wie möglich wurden.